Von Josephine Japke

Schon vor dem Start bricht der AOK City Run & Bike alte Maßstäbe: Auf 1300 Teilnehmer hofften die Veranstalter, doch der Sturm auf die Startplätze für die Sportveranstaltung im Cottbuser Zentrum am 11. Mai war vorab schon so groß, dass die Zahl wohl nach oben korrigiert werden muss.

„Wir mutmaßen, dass etwa 1500 Leute dabei sind“, so Sebastian Grothe vom Stadtsportbund Cottbus. Das Run & Bike begann vor drei Jahren im Eliaspark und führte durch das Stadion der Freundschaft. Heute ist das nicht mehr möglich: Nicht nur, dass Energie Cottbus am Samstag zeitgleich sein letztes Heimspiel gegen den VfR Aalen bestreitet (13.30 Uhr), auch der Platz im und um das Stadion reichte für die Masse an Teilnehmern und Zuschauern nicht mehr aus.

Doch mit dem Standort im Puschkinpark wurde eine gute Alternative gefunden, so Grothe: „Die Location mitten in der Stadt zieht die Leute einfach an. Bei schönem Wetter können sie im Park entspannen und die Läufer verfolgen, die Stimmung ist ausgelassen und das wirkt sich auch auf die Sportler aus.“

Bahnrad-Profi Maximilian Levy, der gemeinsam mit Erik Balzer als Läufer ebenfalls am Wochenende beim Run & Bike starten wird, stimmt ihm da zu: „Es ist eine tolle Veranstaltung, bei der der Zuschauer hautnah dabei sein kann. Sie sind es auch, die die Sportler nochmal antreiben und motivieren können.“ Gerade deshalb übt Levy allerdings auch Kritik am Startpunkt der Radsportler. Am Turbo-Kreisel würde man von der Atmosphäre nur wenig mitkriegen – dabei macht gerade sie das Rennen so besonders. „Es macht doch gerade den Reiz für Radsportler aus, dass sie auch mal auf den Straßen fahren können, wo es sonst nicht geht“, sagt Levy.

Auch Sebastian Grothe erklärt, dass es durchaus der Wunsch der Veranstalter ist, dass die Radsportler im Puschkinpark starten. Doch nicht zuletzt wegen des Energie-Heimspiels und der damit verbundenen Verkehrsbeeinträchtigungen sei eine zusätzliche Sperrung der Straßen nicht genehmigt worden.

Dennoch ist das AOK Run & Bike ein voller Erfolg, auch für den Stadtsportbund, der ein Zusammenschluss von 23 500 Mitgliedern in 146 Vereinen ist. „Die Menschen haben einfach Bock auf Sport. Unsere Mitgliederzahlen steigen seit einiger Zeit wieder und auch solche Breitensport-Veranstaltungen ziehen die Leute an“, erklärt Sebastian Grothe. Dass zudem 1100 Schüler, so viele wie nirgends in Brandenburg, am Schülerlauf teilnehmen, sei das i-Tüpfelchen.

Jedermann-Rennen, wie der Spreewald-Marathon und der AOK Run & Bike, der auch in die Gesamtwertung für den Brandenburg-, Sparkassen- und Niederlausitzcup eingeht, werden immer beliebter. Für Tobias Schick, Chef vom Stadtsportbund, hat das mehrere Gründe: „Es gibt in der Gesellschaft eine tiefe Sehnsucht, gemeinsam etwas zu machen und Spaß zu haben. Außerdem brauchen die Menschen zu ihrem Berufsalltag auch einen Ausgleich und Sport kann das alles vereinbaren.“ Zudem sei Cottbus schon immer eine Rad- und Laufsport begeisterte Stadt gewesen. Dass jetzt beide Disziplinen vereint  werden können, mache die Veranstaltung umso attraktiver.

Ein weiterer Anreiz: Hobbysportler können sich mit ihresgleichen messen – und manchmal auch gegen Profis wie Maximilian Levy antreten. „Das ist natürlich nicht das oberste Rennen auf meiner Prioritätenliste und ich werde da nicht mit Vollspeed reingehen. Dennoch macht es Spaß und ist für mich mehr als nur ein Job und eine gute Trainingsmöglichkeit“, sagt der Radprofi.