Durch die dritte Niederlage im siebten WM-Spiel ist zudem der Traum vom Halbfinale endgültig geplatzt.

Dabei war die Zuversicht nach dem Sieg gegen den Olympia-Zweiten Island groß gewesen. “Es schmerzt irgendwo, weil wir uns eine gute Situation durch das Island-Spiel erarbeitet hatten„, sagte Bundestrainer Heiner Brand. Torhüter Johannes Bitter, noch einer der besseren in der DHB-Auswahl, klagte: “Wir waren vorne zu ineffektiv. Ich verstehe es überhaupt nicht. Wir waren gegen Island so gut und spielen jetzt wieder so eine Scheiße.„ Im letzten Hauptrundenspiel am heutigen Dienstag (16.15 Uhr) gegen Norwegen muss die deutsche Mannschaft gewinnen, um noch ein Qualifikations-Turnier für die Olympischen Spiele 2012 erreichen zu können

Nach Spanien ist auch Titelverteidiger Frankreich aus der deutschen Gruppe ins Halbfinale eingezogen. Der Olympiasieger gewann mit 31:26 (17:14) gegen Norwegen, nachdem Spanien zuvor durch ein 32:24 (20:10) gegen Island das Erreichen der Medaillenrunde perfekt gemacht hatte.

Im Duell mit Ungarn war von der Souveränität im deutschen Spiel wie gegen Island nicht viel zu sehen. Gleich reihenweise vergaben Kapitän Pascal Hens und seine Mitspieler vor 2500 Zuschauern selbst beste Torchancen. Die Ungarn konterten und die deutsche Mannschaft lief einem 1:4-Rückstand (7.) hinterher. “Von Anfang an lief es nicht rund. Bei uns fehlte unabhängig von spielerischen Mängeln auch die Frische„, meinte Bundestrainer Brand .

N ach einer Auszeit aber kam das DHB-Team konzentrierter aufs Parkett zurück und drehte die Partie mit sechs Treffern hintereinander zum 7:4 (13.). Allerdings leistete sich der Ex-Weltmeister im Angriff weiterhin zu viele technische Fehler und schwache Würfe, sodass Ungarn trotz des starken Torhüters Bitter zum 8:8 (23.) ausgleichen konnte. Im Anschluss sorgte Lars Kaufmann, der mit fünf Toren bester Werfer war, mit zwei Treffern wieder für eine Zwei-Tore-Führung, die das DHB-Team bis zum 12:10-Pausenstand verteidigte. Auch im zweiten Durchgang wurde es nicht besser. Ein ums andere Mal verwarfen die deutschen Spieler beste Möglichkeiten. Beim 14:14 (39.) war der Vorsprung wieder aufgebraucht und beim 17:19 (45.) verspielt. Vom angekündigten Tempo- und Spaß-Handball war nichts zu sehen. Über den Kampf fand die Mannschaft ins Spiel zurück, aber nicht mehr zum Sieg. dpa/roe