(jum) Die Cottbuser Nächte feiern ihre Rückkehr – zumindest, wenn es um den Namen geht. Zum ersten Mal seit 2015 wird die Veranstaltung im Cottbuser Radstadion wieder unter ihrem originalen Namen ausgetragen. Um diesen hatte sich der RK Endspurt 09, der das Turnier seit 2012 austrägt, einen jahrenlangen Rechtsstreit mit dem ehemaligen Vereinsvorsitzenden Jens Fichte geliefert – und ihn schließlich im vergangenen Dezember vor dem Landgericht in München gewonnen. Die „International Cycling Days“, wie die Cottbuser Nächte in den letzten Jahren schmucklos betitelt wurden, sind somit Geschichte. „Wir wollen aus den Cycling Days wieder echte Cottbuser Nächte machen“, versprechen die Veranstalter.

Teilnehmerfeld mit vier Weltmeistern

Der 85-jährige Cheforganisator Eberhard Pöschke freut sich aber nicht nur über den neuen, alten Namen, sondern auch über ein großes Teilnehmerfeld. 40 Fahrer und 21 Fahrerinnen haben sich für die sechste Ausgabe des Wettbewerbs angemeldet. „Es ist wahrscheinlich das beste Teilnehmerfeld, das wir je hatten“, schätzt auch Pressesprecher Thomas Juschus ein. Prominentester Gast aus Deutschland ist Maximilian Levy, der als frisch gebackener deutscher Meister im Teamsprint nach Cottbus kommt. „Der Wettkampf ist eine gute Möglichkeit, um weiter auf hohem Niveau zu trainieren und wieder etwas mehr in den ‚Bahn-Modus’ zu kommen“, erklärte der mehrmalige Olympia-Medaillengewinner im Vorfeld. Er tritt im Einladungswettbewerb der Sprinter gegen die deutschen Bahnradprofis Robert Förstemann und Elias Edbauer sowie den taiwanischen Sprinter Nien Hsing Hsieh an.

Auch die Gesamtsieger des letzten Jahres, Yoeri Havik und Wim Stroetinga aus den Niederlanden, treten in diesem Jahr wieder im Radstadion an. Mit dem Australier Cameron Meyer, Jan-Willem van Schip aus den Niederlanden, Kenny de Ketele aus Belgien sowie dem Briten Ethan Hayter müssen sie sich dabei gegen vier Weltmeister behaupten.

Olympiasiegerin Kenny will in Cottbus an Form arbeiten

Mit den meisten Titeln reist aber die vierfache Olympiasiegerin Laura Kenny in die Lausitz. Die 27-jährige Britin will nach ihrer Babypause in 2017 bei den Cottbuser Nächten zu ihrer Topform zurückfinden. Im Radstadion bekommen Kenny und ihre Teamkollegin Eleanor Dickinson es unter anderem mit der amtierenden U23-Europameisterin der Einer-Verfolgung, Franziska Brauße, zu tun. Zwei weitere U23-Europameister stellt das LKT-Team Brandenburg außerdem bei den Männern mit dem Vetschauer Richard Banusch und Moritz Malcharek.

In diesem Jahr nicht im Starterfeld vertreten ist hingegen Roger Kluge. Der 33-Jährige legt nach seiner Teilnahme an der Tour de France im Juli zurzeit eine Wettkampfpause ein. Ganz ohne Kluge werden die Wettbewerbe auf der Cottbuser Radrennbahn aber dennoch nicht vonstatten gehen: Am Freitagabend wird der Madison-Weltmeister von 2018 und 2019 vom RK Endspurt 09 für seine Erfolge ausgezeichnet.