Von Thomas Juschus

Das WM-Punktefahren lief für Mitfavorit Hannes Wilksch nicht nach Wunsch, im Zweier-Mannschaftsfahren präsentierte sich der Cottbuser Sportschüler zusammen mit Partner Tim Torn Teutenberg aber wieder in Bestform und holte seine zweite WM-Medaille. Nach Gold in Weltrekord-Zeit in der Mannschaftsverfolgung gab es für das Duo am Sonntag Silber im Madison hinter Laurence Pithie/Kiaan Watts aus Neuseeland.

„Ich war im Punktefahren am Freitag etwas müde und hab mir selber etwas viel Druck gemacht. Heute habe ich mich viel besser gefühlt und hatte mit Tim einen starken Partner an meiner Seite“, sagte Wilksch. Am Ende hatten die „Kiwis“ mit 49 Punkten die Nase vorn, Teutenberg/Wilksch kamen als Zweite auf 35 Punkte und durften sich über Silber freuen. Vergessen war da auch der neunte Platz im Punktefahren für den EM-Dritten.

Nach einer kurzen Pause beginnt am nächsten Montag für Wilksch die Vorbereitung auf die nächste Junioren-Weltmeisterschaft – dann auf der Straße in Yorkshire/England. Das Rennen am 26. September über 147 hügelige Kilometer könnte dem Schützling von Trainer Michael Max entgegenkommen. „Ja, die Strecke ist sicherlich nicht schlecht für mich – nicht zu schwer, aber auch nicht einfach“, sagte Wilksch, der sich mit Rennen in Italien wie dem „Giro della Lunigiana“ vorbereiten wird.

Im Medaillenspiegel belegte der deutsche Nachwuchs mit fünf Gold- und vier Silbermedaillen unangefochten den ersten Platz vor Neuseeland (3/1/0) und Griechenland (2/0/0). Überragende Sportler war der Göttinger Tobias Buck-Gramcko mit dreimal Gold. 17 Nationen holten in den 20 Wettbewerben Medaillen, darunter vermeintliche Exoten wie Chile und Indien, für die die Teamsprinter um  sogar die Goldmedaille gewannen. Die Mannschaft um Esow Esow hatte sich unter anderem vier Wochen im Cottbuser Sportzentrum vorbereitet.

„Wir sind sehr zufrieden. Es ist alles super gelaufen. Die WM hat unseren Standort gestärkt“, zog Dan Radtke, Geschäftsführer vom ausrichtenden Frankfurter RC 90, als Fazit. 4000 Zuschauer besuchten an den fünf Wettkampftagen die Oderlandhalle. Patrick Moster, Sportdirektor im Bund Deutscher Radfahrer, hofft auf eine baldige Wiederholung: „Die letzten Junioren-WM in Deutschland war 1985. Wir sollten nicht so lange warten und die Titelkämpfe so schnell wie möglich wieder austragen – gern wieder in Frankfurt (Oder).“