Die Verschiebung der Olympischen Spiele wegen der Corona-Krise hat Emma Hinze (22) inzwischen abgehakt. Die Konzentration der dreifachen Bahnrad-Weltmeisterin aus Cottbus gilt schon jetzt dem Sommer 2021, wenn die Spiele in Tokio dann mit einem Jahr Verspätung starten sollen. „Olympia war und ist mein großes Ziel. Das hat sich durch die Verschiebung nicht geändert. Geändert hat sich lediglich mein Trainingsplan. Wir haben jetzt viel mehr Zeit, um uns auf Olympia  vorzubereiten“, erklärte Emma Hinze am Mittwochabend im Insta-Talk-Spezial der LR-Sportredaktion.

Emma Hinze: „Ein super Alter“

Emma Hinze hatte kürzlich bei der Bahnrad-WM in Berlin überraschend drei Goldmedaillen erkämpft: im Teamsprint, Sprint und Keirin. Im Insta-Talk-Spezial gab die Cottbuserin erstmals einen detaillierten Einblick in ihre Karriere-Planung. „Ich möchte auf alle Fälle 2024 bei den Olympischen Spielen in Paris noch ­fahren. Dann bin ich 26 Jahre – das ist eigentlich ein super Alter, wenn alles gut läuft“, sagte Hinze. „Was danach kommt, weiß ich noch nicht. Vielleicht macht es mir dann immer noch Spaß und ich fahre weiter. Vielleicht habe ich dann einfach auch andere ­Interessen und möchte mal was anderes machen.“

Wegen der allgemeinen Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Krise muss die Weltmeisterin ihr Training derzeit allein absolvieren. Dank einer Ausnahmegenehmigung für alle Olympiakader darf sie zumindest den Kraftraum am Olympiastützpunkt in Cottbus nutzen.

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Vor vier Jahren bei den Olympischen Spielen in Rio war Emma Hinze zwar dabei, aber nur als Ersatzfahrerin. Als 18-Jährige konnte sie damals mit diesem Status gut leben. Spätestens nach dem Dreifach-Triumph in Berlin haben sich die Zielstellungen natürlich verändert. Daran kann auch die Verschiebung um ein Jahr nichts ändern. „Ich bin nach wie vor heiß auf Olympia. Ich freue mich einfach drauf. Ich möchte endlich mal an der Startlinie stehen und nicht nur als Ersatzfahrerin dabei sein“, erklärte sie im ­Insta-Talk-Spezial. „Jetzt würde ich es viel, viel schlimmer finden, wenn ich zuschauen müsste.“

Emma Hinze hofft, dass ihr Heimtrainer Aleksander Harisanow sie wie bisher auf dem Weg nach Tokio begleiten kann. Harisanow war bereits im Junioren­alter ihr Coach und half Hinze auch 2017 aus der Krise, als der Rücken große Probleme bereitete und sogar ein vorzeitiges ­Karriere-Ende im Raum stand.

Dank an den Heimtrainer

Alexander Harisanow arbeitet eigentlich als Nachwuchstrainer in Cottbus ­– und eben  gemeinsam mit der frisch gebackenen Weltmeisterin. „Herr Harisanow hat einen großen Anteil an meinen Erfolgen. Es ist für ihn manchmal schwer, alles unter einen Hut zu bekommen, weil er halt gleich zwei Trainingsgruppen hat. Man muss jetzt schauen, inwieweit uns da auch künftig geholfen wird“, wirbt sie für ihren Heimtrainer.

Die drei Goldmedaillen sollen jedenfalls nicht das Ende der Erfolgsstory von Emma Hinze sein. Mit der öffentlichen Preisgabe von Zielen hält sich die Cottbuserin zwar auch weiterhin zurück, weil sie diesbezüglich abergläubisch ist. Aber Hinze hat in jedem Fall noch viel vor in ihrer Laufbahn. „Ich denke schon, dass ich noch Reserven habe. Ich bin erst 22 Jahre. Da können wir ganz ­sicher noch die eine oder andere Sache besser machen“, kündigt sie mit Blick auf Tokio 2021 an.

Insta-Talk-Spezial der LR-Sportredaktion


Im Insta-Talk-Spezial der Lausitzer Rundschau sprechen Sportler aus der Region über die Auswirkungen der ­Corona-Krise auf ihren Trainingsalltag.

Vor Emma Hinze waren schon Bahnrad-Sprinter Maxi­milian Levy, Energie-­Präsident Matthias Auth, FCE-Profi Niclas Erlbeck sowie Patrick Schölzel (Cottbus eSports) zu Gast.

Am Samstag (12 Uhr) sprechen wir mit dem Triathleten Franz Löschke.

Am Sonntag (12 Uhr) kommt Andy Hebler vom Fußball-Oberligisten VfB Krieschow zu Wort.