37 Punkte Vorsprung, nur noch zwei Rennen im Deutschen Tourenwagen Masters - der erste große Titel ist für Pascal Wehrlein zum Greifen nah. "Ich habe jetzt einen Matchball", sagte der potenzielle Formel-1-Fahrer vor dem DTM-Saisonfinale am Wochenende in Hockenheim. "Trotzdem: Es kann viel passieren."

Ein Ausfall im Samstags-Rennen (13.30 Uhr/ARD) verbunden mit einem Sieg für die Verfolger Edoardo Mortara oder Mattias Ekström (beide Audi) könnten den jüngsten Fahrer im Starterfeld an seinem Geburtstag noch mal ins Schwitzen bringen. Am Sonntag (15.15 Uhr/ARD) wird der Mercedes-Youngster 21 Jahre alt und hätte dann nur noch maximal 13 Zähler Vorsprung. Dass Bruno Spengler (BMW) bei 46 Punkten Rückstand noch gefährlich werden kann, ist eher unwahrscheinlich.

Ekström jedenfalls ist vor dem großen Feuerwerk am Hockenheimring hoch motiviert und setzt auf Psychospielchen. "Vollgas plus maximale Attacke gleich Rennen gewinnen", kündigte der erfahrene Schwede in der "Bild"-Zeitung an. Weil Wehrlein am Nürburgring via Funk die Unterstützung seiner Markenkollegen einforderte, um den Klappflügel nutzen zu dürfen, verspottete Ekström den gut 16 Jahre jüngeren Wehrlein: "Pascal hört sich da manchmal an wie ein Kleinkind, das seine Süßigkeiten nicht bekommt. Wir lachen im Fahrerkreis darüber."

Von Kritik dieser Art lässt sich Wehrlein aber nicht aus der Reserve locken. "Ich glaube nicht, dass ich von meinen Teamkollegen 37 Punkte geschenkt bekommen habe", betonte er. "Wenn man die DTM gewinnen will, muss man in jedem Rennen konstant punkten. So, wie ich es in diesem Jahr gemacht habe. Ich war in 14 von 16 Rennen in den Punkten."

Stemmt Wehrlein am Sonntag als Nachfolger von BMW-Fahrer Marco Wittmann den Glaspokal in den Konfettiregen, ist er der jüngste DTM-Champion der Geschichte. Als Lohn winkt dem Test- und Ersatzfahrer vom Konstrukteurs-Weltmeister ein Stammcockpit in der Formel 1. Beim zukünftigen Mercedes-Motorenkunden Manor gilt Wehrlein als ein Kandidat.