Minute dem Favoriten den Einzug ins Halbfinale. Nach einer Roten Karte gegen Steffen Fritzsch spielte Lok vor 4999 Zuschauern im ausverkauften Alfred-Kunze-Sportpark ab der 60. Minute im Duell mit dem Oberligisten in Unterzahl.

"Die Fans haben sich super verhalten, Respekt", sagte Chemie-Coach Dietmar Demuth nach dem Abpfiff dem MDR. "Es war eine einmalige Atmosphäre, die ich so noch nicht erlebt habe. Wir sind überglücklich", meinte der frühere Cottbuser Robert Zickert im Lok-Trikot.

Das Duell zwischen dem Viert- und Fünftligisten war aufgrund der seit Jahrzehnte langen er bitterten Feindschaft zwischen den Fan-Lagern zum Hoch sicherheitsspiel erklärt worden. Die Polizei war mit mehreren Hundertschaften sowie Hubschrauber und einer Pferdestaffel im Einsatz. Auch zwei Wasserwerfer und ein Räumpanzer wurden vor Ort positioniert. Bis zum Abpfiff ging das ausgearbeitete Sicherheitskonzept auf.

Dafür sorgten die Fans im Stadion für verbale Entgleisungen, zelebrierten offen nicht nur ihren Hass aufeinander. Schmähgesänge hallten durchs Rund. Zudem fielen Banner negativ aus. Auf einem Lok-Plakat war eine Figur mit der Aufschrift "NS" abgebildet, die auf eine am Boden liegende Figur mit einem Stern auf der Brust eintritt. Lok hatte viele Jahre zahlreiche Fans aus der rechten Szene und hat mit diesem Erbe immer noch zu kämpfen. In Leutzsch ist die Szene dagegen eher links. In Anspielung darauf stand auf einem Spruchband der Chemiker: "Ohne Verfassungsschutz seid ihr nur zu Zehnt". Bereits im Vorfeld hatten sich die Fanlager provoziert. Geschmackloser Höhepunkt waren 30 an Brücken aufgehangene Strohpuppen - in grünen Maleranzügen. Grün-Weiß sind die Farben von Chemie.