Paffett überquerte auch im Vorjahr beim DTM-Rennen in der Lausitz als Erster die Ziellinie, damals wurde der 24-Jährige aber disqualifiziert, weil dem Mercedes-Fahrer in der Auslaufrunde das Benzin ausging. Diesmal verlief alles gut: „Das Auto war sehr gut. Ich habe eine tollen Start erwischt und die richtige Strategie – und nie Verkehr vor mir gehabt“, sagte Paffett. „Gary hat ein sehr gutes Rennen gefahren“, lobte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.
Mika Häkkinen freute sich nach Rang acht zum Auftakt in Hockenheim über den dritten Platz und sechs Punkte: „Ich wusste nach dem Warm-up, dass wir mit dem Auto wettbewerbsfähig sind. Nach dem Start hatte ich alles unter Kontrolle. Beim Boxenstopp habe ich leider Zeit und den möglichen zweiten Platz verloren. Aber ich bin sehr zufrieden, schon jetzt um Podiumplätze fahren zu können. Das war für mich ein toller Saisonstart“, sagte der 36-Jährige, dessen Frau Erja in den nächsten Tagen ihr zweites Kind erwartet.
Paffett ging als Trainingsschnellster von der Pole-Position in die 48 Runden und behauptete bei besten äußeren Bedingungen (sonnig, 24,4 Grad) nach der ersten Linkskurve am Ende der lange Start-Zielgeraden die Spitze. Mika Häkkinen verdrängte Jamie Green (Mercedes) vom zweiten Platz. Während das Spitzentrio zunächst unbehelligt seine „Kreise“ zog, überschlugen sich dahinter die Ereignisse:
11. Runde: Ex-Formel-1-Pilot Jean Alesi (Mercedes) nimmt nach seinem Boxenstopp mit Benzinkanne am Auto wieder das Rennen auf. Erst nach einigen Kurven löst sich die verklemmte Kanne und fliegt in ein Kiesbett.
12. Runde: Der drittplatzierte Jamie Green steht nach einer Berührung mit Vorjahressieger Mattias Ekström (Schweden/Audi A4) im Kiesbett. Das Rennen für den ehemaligen Formel-3-Champion ist gelaufen.
17. Runde: Spitzenreiter Paffett kommt zu seinem ersten Boxenstopp. Mika Häkkinen führt zum ersten Mal seit seinem Comeback in der DTM ein Rennen an.
19. Runde: Durchfahrtsstrafe für Ekström wegen seines Remplers gegen Ekström. Häkkinen kommt zum ersten Boxenstopp – und sorgt für helle Aufregung. Die hinteren Pneumatik stempel ziehen nach dem Reifenwechsel nicht rechtzeitig ein, der Finne fährt zu früh los und steht quer vor seiner Box und verliert wertvolle Sekunden, bis er das Rennen fortsetzen kann.
26. Runde: Manuel Reuter (Opel Vectra GTS) steht nach einem Dreher ohne Fremdeinwirkung im Kiesbett.
Danach beruhigte sich das Rennen etwas, an der Spitze sortierte sich die Reihenfolge: Paffett führte vor Kristensen und Häkkinen. Nach 48 Runden auf der neuen Kurzanbindung – für die neue Grand-Prix-Variante wurde der 4534 Meter lange Grand-Prix-Kurs durch eine 172 Meterlange Asphaltanbindung zwischen Gegengerade und Apcoa-Kehre um 1128 Meter auf 3406 Meter verkürzt (die RUNDSCHAU berichtete) – fuhr der Brite wie im Vorjahr als Erster über die Ziellinie. Hinter dem Spitzentrio kamen Ekström, Pierre Kaffer (Audi), Frank Stippler (Audi), Jean Alesi und Lokalmatador Stefan Mücke (Mercedes) in die Punkteränge.
Übrigens: Viel Lob bekam die neue ADAC-Kurve. „Der neue Streckenverlauf ist für die Zuschauer ein echter Gewinn, führt zu mehr Spektakel und die Fans sehen die Autos noch häufiger“, sagte Opel-Sportchef Volker Strycek.