Zwei schwere Verkehrsunfälle im Rallye-Umfeld mit tödlichem Ausgang, zwei spanische Journalisten stundenlang verirrt im Tagebaugelände, fehlgeleitete Zuschauer, starke Regenfälle, die den Serviceplatz im Schlamm versinken ließen und schließlich Streitigkeiten mit dem Deutschen Motorsport Bund (DMSB) über den Einsatz von World Rally Cars (WRC) - die Auflage 2009 stand wahrlich unter keinem guten Stern. Trotzdem geht es nach einiger Zeit der Überlegung in diesem Jahr weiter. Vorübergehende Rückzugsgedanken sind verworfen. “Nach der 10. Rallye war alles dunkel. Wir wollten die Veranstaltung aber nicht fallen lassen - schließlich haben wir hier was aufgebaut„, sagte Wolfgang Rasper, Vorsitzender des RRWC Lausitz.

Mit neuem Konzept gehen die Macher nun erneut an den Start. Im Umfeld sollen ein befestigter Servicepark in Boxberg und eine neue Strecke für den “Shake down„ - so etwas wie das Warm up - für bessere Rahmenbedingungen sorgen. Markanteste Änderung: Die Serie steht nach den Differenzen mit dem DMSB erstmals seit 2004 nicht im Kalender der Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM). Statt dessen gehört die Lausitz zur etwas kleineren Deutschen Rallye Serie (DRS). Dafür dürfen aber wieder World Rally Cars mitmachen, an dessen Start sich im Vorjahr der Streit mit dem DMSB entzündet hatte. Der hatte eine Teilnahme der WM-Boliden in der DRM verboten. Dabei machen die WRC-Autos für viele Motorsport-Fans den Reiz aus. “Dieses Jahr darf wieder alles fahren. Und das sind die Autos, die die Zuschauer sehen wollen„, so RRWC-Chef Wolfgang Rasper.

Obwohl die Nennung erst beginnt, haben laut Rasper bereits drei WRC für die 11. Lausitz-Rallye gemeldet. Darunter “Lokalmatador„ Matthias Kahle. Der in Köln lebende Görlitzer hatte sich am vergangenen Wochenende mit dem zweiten Platz bei der Saarland Rallye zusammen mit Co-Pilot Peter Göbel (Korb) im Skoda Fabia S2000 den Titel in der Deutschen Rallye-Meisterschaft gesichert. Für den 41-Jährigen war es nach 1997, 2000, 2001, 2002, 2004 und 2005 bereits der siebte Titel. Daneben werden Spitzenpiloten aus dem benachbarten Ausland erwartet, schließlich steht auch der Endlauf zur Lausitz-Rallye sowie weitere sieben Serien im Programm. Die insgesamt acht Wertungsprüfungen durch Mühlrose, Nochten, Mulkwitz und Reichwalde führen deutlich überwiegend über Schotterpisten und bieten wieder spektakuläre Wasserdurchfahrten und Sprungkuppen.

Wohin sich die Lausitz-Rallye bei einem erfolgreichen Neustart entwickeln soll, ist noch offen. “Das ist völlig unklar„, sagt auch Wolfgang Rasper nach Gesprächen mit den Fachverbänden in Frankfurt/Main. Für Frank Steinmetz, Sportpräsident des Allgemeinen Deutschen Motorsport Verbandes (ADMV), ist ohnehin unwichtig, ob bei Boxberg mit DRM oder DRS-Prädikat gefahren wird. Wichtig sei allein, dass die Veranstaltung bestehen bleibe - getreu dem neuen Motto: “Lausitz-Rallye - jetzt erst recht.„

Zum Thema:
Nach fünf von sieben Wertungsrennen zur Deutschen Rallye-Serie (DRS) liegen Olaf Dobberkau zusammen mit seiner Lebensgefährtin und Co-Pilotin Alexandra König auf ihrem Porsche 911 GT3 mit 143 Punkten an der Spitze des Klassements. Am 18. September wird noch die 6. ADMV Rallye Zwickauer Land ausgefahren. www.drs.ag