Gleich fünf neue Plaketten sind gestern Abend auf dem Weg des Ruhmes in Cottbus eingelassen worden. Dafür hatte die Stadt Cottbus ihren roten Teppich im Foyer des Rathauses ausgerollt. Als gebürtiger Cottbuser durfte sich der Leichtathlet Christoph Harting vom SCC Berlin über seine erste Plakette freuen. In Rio sorgte er mit seinem Verhalten während der Siegerehrung noch für Ärger. Er schunkelte zur Nationalhymne, lachte und alberte herum. Auch in Cottbus muss der Diskuswerfer während seiner Laudatio immer wieder grinsen. Ungläubig schüttelt er den Kopf. Aber dann genießt er den Moment: Er darf sich ins Goldene Buch der Stadt Cottbus eintragen. "Das ist eine besondere Ehrung für mich, andere Städte sollten sich ein Beispiel daran nehmen", meinte Harting und versicherte: "Ich habe meine Heimat nicht vergessen." In der Hand des 2,07 Meter Mannes wirkt der Stift klein, fast winzig. Mit Bedacht sieht er sich die Seiten an und unterschreibt am Ende - wie sollte es auch anders sein - groß und kräftig. Der ehemalige Lausitzer Sportschüler schaffte im August mit 68,37 Metern im letzten Versuch eine sensationelle Bestleistung in Rio und holte überraschend die Goldmedaille. Doch Christoph Harting ist nicht der Erste aus seiner Familie, der sich auf dem Weg des Ruhmes verewigen durfte. Sein älterer Bruder Robert Harting erhielt die Auszeichnung bereits 2012 für seine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in London.

Neben Christoph Harting waren in Rio mit Martina Willing, Frances Herrmann, Jana Majunke und Alina Rosenberg gleich vier Frauen des Brandenburgischen Präventions- und Rehabilitationssportvereins (BPRSV) in Cottbus erfolgreich und kehrten von den Paralympics mit Medaillen im Gepäck zurück.

So ergänzte Martina Willing ihre stattliche Edelmetallsammlung um eine Silbermedaille im Speerwurf. Damit kann sich die Mecklenburgerin nun insgesamt über 14 Paralympics-Medaillen freuen. Außerdem im Speerwurf erfolgreich: Frances Herrmann. Die Cottbuserin schaffte 18,16 Meter und sicherte sich damit die Edelplakette in Bronze. Bereits 2008 in Peking hatte sie die Silbermedaille im Diskuswerfen gewonnen. Für ihre erste Paralympics-Medaille wurde hingegen Jana Majunke mit einer Plakette geehrt. Sie hatte ihren Anteil am guten Abschneiden der deutschen Radsportler. Im Straßenrennen gewann die ehemalige Cottbuser Sportschülerin Bronze. Ein großer Erfolg gelang weiterhin Alina Rosenberg auf ihrem Pferd Nea's Daboun. Sie erritt in Rio Silber mit der Mannschaft. Dabei war die Konstanzerin, die für den Cottbuser Verein BPRSV startet, im Jahr 2012 noch die Ersatzreiterin.

Die aktuellen Medaillen-Gewinner befinden sich nun in einer Reihe mit einstigen Sportgrößen wie Rosemarie Ackermann (Hochsprung-Gold 1976), Lutz Heßlich (Sprint-Olympiasieger 1980 und 1988) sowie Lothar Thoms (Zeitfahr-Olympiasieger 1980), die ebenfalls ihren Platz vor dem Rathaus haben.

Mit dem Weg des Ruhmes hat die Stadt ihren olympischen und paralympischen Medaillengewinnern ein bisher einzigartiges Denkmal gesetzt. Ralf Braun, Vorsitzender der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG) in Cottbus und Initiator des Weges der Ruhmes, erklärte im Vorfeld der Ehrung: "Die 56 eingelassenen Ehrenplaketten erinnern nicht nur an die bisherigen Erfolge, sondern werden auch Cottbuser Spitzenathleten auf dem Weg nach Tokio 2020 zusätzlich motivieren, ihr Bestes zu geben." Noch gibt es durchaus Platz für weitere Ehrenmedaillen vor dem Rathaus.

Zum Thema:
Die Ehrung: Seit 2006 ehrt die Stadt Cottbus, angelehnt an den weltberühmten "Walk of Fame" in Hollywood, ihre erfolgreichen Olympia-Teilnehmer mit dem "Weg des Ruhmes". Die vor dem Rathaus in den Boden eingelassenen Plaketten erinnern an die Medaillengewinner aus Cottbus bei Olympischen Spielen oder Paralympics.Die Tafeln: Sie haben einen Durchmesser von 20 Zentimetern und bestehen aus Messing (Goldmedaillengewinner), Neusilber (Silber) sowie Kupfer (Bronze). Der Künstler: Gefertigt wurden die Tafeln vom Künstler und Metallbauer Manfred Vollmert aus Elsterheide. Die Sportler: Inklusive der Olympia-Medaillengewinner von Rio sind insgesamt 56 Plaketten in den Boden eingelassen. Einige Sportler wie beispielsweise Maximilian Levy sind gleich zwei Mal verewigt. Noch gibt es durchaus Platz für weitere Ehrenplaketten vor dem Rathaus.