Fürs Mitregieren setzen wir weiter auf Zwei-Parteien-Koalitionen. Das sind die Kernaussagen eines Strategiepapiers, auf das Westerwelle seine Truppe eingeschworen hat. Taktisch kann man die Haltung verstehen. Für die Landtagswahlen gibt es klare Schlachtordnungen. Andere Farbspiele tragen nur zur Verwirrung bei. Unter strategischen Gesichtspunkten ist Westerwelles Maxime unsinnig. Gerade die Bundestagswahl hat den drastischen Bindungsverlust der Volksparteien SPD und CDU/CSU gezeigt. In den 70er-Jahren lag deren Stimmenanteil bei 80 Prozent. Damals gab es freilich keine Grünen. Inzwischen kommt eine Linkspartei hinzu. Dass es auch in Zukunft für zwei Parteien zum Regieren reicht, ist immer unwahrscheinlicher. Allen Bekundungen zum Trotz werden die Liberalen deshalb auch einer Verbindung mit den ungeliebten Grünen näher treten müssen.