Nach staatsanwaltlichen Ermittlungen und Vorwürfen zum Umgang mit den BRV-Finanzen gegen den Gubener hatte der 13-köpfige Vorstand Balthasar Mitte November nach einem Misstrauensantrag mit 9:4 Stimmen entmachtet und von seinem Amt entbunden. Gegen diesen Beschluss hat der Gubener über seinen Cottbuser Anwalt Axel de Fries Widerspruch eingelegt.
Am Mittwoch war zuvor auf einer Vorstandssitzung der Versuch gescheitert, den Weg für einen Neuanfang auf der ordentlichen Mitgliederversammlung am 15. Januar in Frankfurt (Oder) freizumachen. Die beiden Lager im BRV-Vorstand erschienen mit Anwälten, die Interessen der "Balthasar-Opposition" vertrat Lothar Otto (Cottbus). Balthasar, der von der Mitgliederversammlung bis 2007 gewählt ist, knüpfte seinen Rücktritt als Präsident an den kompletten Rücktritt des Vorstandes. Michael Schelske aus Lebus, Vizepräsident Rennsport, schloss dies nach RUNDSCHAU-Informationen bereits im Vorfeld aus.
Balthasar wird von Teilen des Vorstandes als "nicht mehr vertrauenswürdig angesehen", heißt es in dem Vorstands-Beschluss. Der Präsident soll nicht autorisierte Darlehen aus Verbandsgeldern in Höhe von insgesamt fast 75 000 Euro an ihm selbst gehörende, inzwischen insolvente Firmen vergeben haben. Balthasars Rechtsanwalt hält die Vorwürfe in einem der RUNDSCHAU vorliegenden Schreiben sowohl "in formeller wie auch in materieller Hinsicht" für unwirksam. Die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt zudem seit einigen Wochen im Zusammenhang mit Balthasars Tätigkeit als Geschäftsführer mehrerer Firmen (die RUNDSCHAU berichtete). Es geht um den Verdacht von Betrug und Unterschlagung von Baumaschinen im Wert von mehreren hunderttausend Euro.
Heute nun berät das dreiköpfige Schiedsgericht über die Rechtmäßigkeit der Absetzung Balthasars. Bestätigt die Kommission den Beschluss, soll am 15. Januar eine Findungskommission eingesetzt werden, die dann einen neuen Präsidenten vorschlägt. Balthasar schloss indes gegenüber der RUNDSCHAU gestern einen freiwilligen Rückzug aus: "Ich hoffe, mir wird am 15. Januar Gelegenheit gegeben, zu den Vorwürfen Rede und Antwort zu stehen. Ich möchte bis 2007 im Amt bleiben."