Premierensiege, wohin das Auge blickt: Bei der Wahl zu Brandenburgs Sportlerin und Sportler sowie Team des Jahres 2019 haben durchweg Kandidaten triumphiert, die sich bisher noch nicht in den jeweiligen Siegerlisten verewigen durften – und dennoch längst keine Unbekannten im Sportland sind. So siegte bei den Damen mit Bahnradsportlerin Emma Hinze eine Sportlerin, die 2015 bereits als „Nachwuchssportlerin des Jahres“ auf sich aufmerksam gemacht hatte. Auf Titel en masse kann der diesjährige Sieger der Herren, Ronald Rauhe, verweisen. Was an seiner umfangreichen Sammlung aber überrascht: Der 16-fache Kanuweltmeister war bisher noch nie Brandenburgs „Sportler des Jahres“. Einzig in der Team-Wertung der Sportlerwahl

hatte er 2007 gewonnen. Diese Kategorie holten sich 2019 die Volleyballerinnen des SC Potsdam.

Bobsportler Kevin Kuske in Ruhestand verabschiedet

Die glanzvolle Ehrung der Gewinner durch Ministerpräsident Dietmar Woidke, Sportministerin Britta Ernst sowie LSB-Präsident Wolfgang Neubert war einer der großen Höhepunkte der diesjährigen Sportgala des Landessportbundes Brandenburg (LSB) und der Sporthilfe Brandenburg am Sonnabend (14.12.2019). Vor den Augen der rund 680 Gäste in der ausverkauften Metropolis Halle in Potsdam wurden zuvor märkische Aktive in das „TEAM TOKIO – LAND Brandenburg“ nachberufen, Trainer und Nachwuchssportler des Jahres gekürt und besonders verdiente Ehrenamtliche ausgezeichnet. Zudem verabschiedete das Sportland mit emotionalen Worten und Standing Ovations Kevin Kuske, den erfolgreichsten Bobsportler der Welt, in den sportlichen Ruhestand. Eingebettet waren die Ehrungen in einen bunten Gala-Abend voller Musik und Humor, durch den „Quatsch Comedy Club“-Moderator Thomas Hermanns führte.

Ministerpräsident Woidke versicherte den Aktiven und allen Sportbegeisterten im Land, dass für die Landesregierung die Sportförderung ein wichtiges Anliegen bleibt. „So wird das Land gemeinsam mit dem Landessportbund die Finanzierung des `Hauses des Sports´ in Potsdam bewerkstelligen, das zur Heimstatt für den Breiten- und Spitzensport werden soll.“

Erfolgreichstes Jahr für Emma Hinze

Emma Hinze krönte mit dem Titel „Brandenburgs Sportlerin des Jahres“ ihr bisher erfolgreichstes Jahr, in dem sie endgültig den Anschluss an die Weltelite schaffte. „Man kann sie getrost als Newcomerin in der Weltspitze bezeichnen“, so LSB-Vorstandsvorsitzender Andreas Gerlach bei der Preisverleihung. Die mehrfache Juniorenweltmeisterin holte sich im Frühjahr gemeinsam mit Miriam Welte WM-Bronze im Teamsprint und ließ sich auch anschließend von dem überraschenden Rücktritt ihrer bisherigen Partnerin nicht aus der Erfolgsspur drängen. Mit Lea Sophie Friedrich gewann die 22-Jährige im Oktober EM-Silber und stellte damit eindrucksvoll klar: Mit ihr ist auch im Olympiajahr zu rechnen. Ebenfalls mit Medaillenhoffnungen auf Tokio schauen Triathletin Laura Lindemann und Para-Schwimmerin Verena Schott, die bei der Wahl auf den Plätzen zwei und drei landeten.

Ronald Rauhe hat Tokio fest im Blick

Tokio ist auch das Ziel von Ronald Rauhe, der schon jetzt auf eine Ausnahmekarriere zurückblicken kann. „Er ist seit nunmehr 20 Jahren in der absoluten Weltspitze“, würdigte Brandenburgs stellvertretende Landtagspräsidentin Barbara Richstein die außergewöhnliche Leistung des 38-Jährigen. In Tokio will Rauhe seine einmalige Karriere mit seiner fünften Olympia-Medaille zum krönenden Abschluss bringen. Auf dem Weg dorthin dürfte dem amtierenden K4-Weltmeister der erstmalige Gewinn der Sportlerwahl zusätzlichen Rückenwind bescheren. Mit dem Triumph verdrängte er erstmals seit 2013 seinen Klubkollegen vom KC Potsdam, Sebastian Brendel. Der Seriensieger der Vorjahre kam auf Platz zwei vor dem Eisenhüttenstädter Radsportler Roger Kluge.

Bei der Wahl zum „Brandenburger Team des Jahres“ setzten sich erstmals die Volleyballerinnen des SC Potsdam durch. Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert lobte in seiner Laudatio die nachhaltige Entwicklung der Mannschaft: „Bereits seit zehn Jahren sind die Damen aus dem Luftschiffhafen in der obersten Spielklasse Deutschlands vertreten und konnten jetzt 2019 nach zahlreichen Achtungserfolgen die erste Medaille feiern.“ Das Bundesliga-Team aus der Landeshauptstadt erspielte sich in der vergangenen Saison Bronze und damit das erstmalige Startrecht im Europa-Cup. Dieser Erfolg sicherte dem SC Potsdam bei der Wahl, die von den Sportjournalistinnen und -journalisten des Sportlandes getroffen wird, den Sieg vor den Wasserballern des OSC Potsdam sowie den Keglern des SV 90 Fehrbellin.

Sportlerin des Jahres 2019

1. Emma Hinze, RSC Cottbus, Radsport

2. Laura Lindemann, Triathlon Potsdam, Triathlon

3. Verena Schott, BPRSV, Para-Schwimmen

4. Ronja Fini Sturm, RC Havel Brandenburg, Rudern

5. Nina Eim, Triathlon Potsdam, Triathlon

6. Franziska John, KC Potsdam im OSC, Kanurennsport

Cottbuserin glänzt bei EM im Teamsprint Lob für silberne Hinze: „Welt-Spitzenzeit“

Apeldoorn

Sportler des Jahres 2019

1. Ronald Rauhe, KC Potsdam im OSC, Kanurennsport

2. Sebastian Brendel, KC Potsdam im OSC, Kanurennsport

3. Roger Kluge, RK Endspurt Cottbus, Radsport

4. Patrick Dogue, OSC Potsdam, Moderner Fünfkampf

5. Stefan Hawranke, SSV Königs Wusterhausen, Goalball

6. Jon Luke Mau, TSV Blau-Weiß Schwedt, Gewichtheben

Team des Jahres 2019

1. SC Potsdam, Volleyball, Frauen

2. OSC Potsdam, Wasserball, Männer

3. SV 90 Fehrbellin, Bohlekegeln, Männer

4. Triathlon Potsdam, Triathlon, Frauen und Männer

5. 1. FFC Turbine Potsdam, Fußball, Frauen

6. TSV Chemie Premnitz, Bowling, Männer

Nachberufungen ins TEAM TOKIO

Während der Gala wurden zudem zwölf Aktive und zwei Trainer in das „TEAM TOKIO – LAND BRANDENBURG“ nachberufen. Die neuen TEAM-Mitglieder hatten seit der offiziellen Teamberufung im Juni durch ihre Leistungen und Erfolge nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht und werden ab sofort durch das Land Brandenburg, die Sporthilfe Brandenburg und den Landessportbund bei ihrer Vorbereitung auf die Olympischen und paralympischen Spiele durch eine individuelle Förderung und eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Die nunmehr 72 Aktiven und ihre 29 Trainerinnen und Trainer wurden nach strengen Auswahlkriterien nominiert und kommen aus zwölf olympischen sowie fünf paralympischen Sportarten.

  • Josefin Eder, Sportschießen, SGi Frankfurt/Oder
  • Nina Eim Triathlon, Triathlon Potsdam
  • Daniela Schultze Rudern, RC Potsdam
  • Anna Härtl Rudern, RC Potsdam
  • Melanie Göldner Rudern, RC Potsdam
  • Maike Hausberger Paracycling, BPRSV
  • Maximilian Jäger Paracycling, BPRSV
  • Angelika Dreock-Käser Paracycling, BPRSV
  • Kristin Pudenz Leichtathletik, SC Potsdam
  • Annika-Marie Fuchs Leichtathletik, SC Potsdam
  • Charleen Kosche Para Leichtathletik, BPRSV
  • Max Lemke Kanurennsport, KC Potsdam
  • Tom Morris, Rudern (Trainer)
  • Jörg Schulte, Leichtathletik, SC Potsdam (Trainer)

Charleen Kosche als Nachwuchssportlerin ausgezeichnet

Vor den Ehrungen zu den Sportlern des Jahres wurden heute in Potsdam auch die Trainer des Jahres ausgezeichnet. Die Preise, die durch den Förderkreis des Olympiastützpunktes vergeben werden, gingen 2019 an Ralf Paulo (Para-Sport) im Bereich der Erwachsenen sowie an Mario Schendel (Judo) als bester Trainer im Nachwuchs. Als beste Nachwuchssportlerin beziehungsweise Nachwuchssportler des Jahres wurden Charleen Kosche (BPRSV/Para-Leichtathletik), die schon 2017 in dieser Kategorie triumphierte, und Erik Abramov (UJKC Potsdam/Judo) durch die Sporthilfe Brandenburg geehrt. Die 19-jährige Kosche hatte sich in diesem Jahr sowohl mit der Kugel als auch mit dem Diskus den Junioren-WM-Titel gesichert und auch bei der WM der Erwachsenen mit Platz sechs im Kugelstoßen eindrucksvoll präsentiert. Eindruck hinterließ auch Erik Abramov. Der 20-jährige Judoka holte bei der U21-WM und auch bei der U21-EM jeweils Silber.