Jubel in Lübben, Ärger in Senftenberg: Während Brandenburgligist Grün-Weiß Lübben durch einen 4:1-Sieg gegen Liga-Konkurrent Preussen Eberswalde als einziges Lausitzer Team in das Halbfinale des Brandenburger Fußball-Landespokals einzieht und dabei eine Premiere feiert, wird das 1:6 von Landesligist FSV Glückauf Brieske/Senftenberg gegen den SV Babelsberg aus der Regionalliga Nordost von Ausschreitung überschattet. Mehrere Personen erleiden Verletzungen.

Titelverteidiger Energie Cottbus verliert sein Viertelfinale beim Oberligisten FSV Luckenwalde mit 1:2. Einige FCE-Fans spielen in Senftenberg eine unrühmliche Rolle.

Frühes Tor für Lübben

Grün-Weiß Lübben legte gegen Eberswalde mit dem 1:0 von Peer Gülzow in der 4. Minute schon frühzeitig den Grundstein für den ersten Halbfinal-Einzug in der Vereinsgeschichte. Eduard Gutar erhöhte auf 2:0 (28.). Nach dem Anschlusstreffer der Gäste in der 72. Minute machten René Trehkopf (80./Folustrafstoß) und Miguel Rodrigues (86.) alles klar.

„Wir waren von der ersten Minute an griffig und wollten unbedingt dieses Spiel gewinnen. Wir wollten unbedingt weiterkommen. Insgesamt haben wir verdient gewonnen“, erklärt Trainer Vragel da Silva. „Die Euphorie ist jetzt natürlich groß. Aber wir müssen uns in jedem Spiel wieder neu konzentrieren und unsere Leistung bringen. Heute haben wir Geschichte geschrieben, aber nächste Woche ist wieder Punktspiel.“ 6500 Euro gibt es für das Erreichen des Halbfinales.

Die Hoffnung der Knappen aus Senftenberg auf eine Sensation gegen den SV Babelsberg hielt nur gut eine Viertelstunde. Bis zum 0:2 war es von beiden Seiten eine gut geführte Partie, die die favorisierten Gäste mit mehr Ballbesitz und mehr Offensivaktionen zeigte. Die Hausherren bäumten sich auch im zweiten Abschnitt auf, hielten gut dagegen und sahen sich dennoch bei fast jedem Fehler bestraft. Den Ehrentreffer für Senftenberg erzielte Maximilian Schurig in der 69. Minute mit einem schönen Schuss von der Strafraumkante.

Platzsturm in Senftenberg

Überschattet wurde das Spiel von Ausschreitungen unmittelbar nach dem Schlusspfiff. Mehrere Zuschauer aus den gegenüberliegenden Fanblöcken stürmten die Rasen. Es flogen die Fäuste. Bei den Kontrahenten handelte es sich auf der einen Seite um Fans des SV Babelsberg, auf der anderen Seite seien auch Energie-Cottbus-Anhänger erkennbar gewesen sein, bestätigte der FSV Glückauf auf Nachfrage von FuPa Brandenburg. Auch auf den Rängen flogen Bierbecher und Absperrzäune durch die Gegend.

Bereits während des Spiels war es zu Provokationen zwischen beiden Fanlagern gekommen, wie der FSV auf Nachfrage bestätigte. Im Anschluss an das Duell eskalierte die Lage dann und die Fans stürmten den Rasen. Ordner griffen ein und gemeinsam mit der Polizei wurden die rivalisierenden Lager schließlich getrennt und einzeln aus dem Stadion geleitet. Es dauerte allerdings einige Zeit, bis sich die Lage vollends beruhigt hatte. Der Bierausschank an der Elsterkampfbahn wurde unterdessen sofort eingestellt, die Veranstaltung vorzeitig beendet.

„Drei ehrenamtliche Ordner sind bei den Auseinandersetzungen verletzt worden“, beklagte der Landesligist aus Senftenberg.