Beim Urteilsspruch saß Daniel Frahn schon nicht mehr im Gerichtssaal des Chemnitzer Arbeitsgerichtes. Dabei hätte der 32 Jahre alte Fußballprofi die Entscheidung des Vorsitzenden Richters Dirk Weber mit Sicherheit zufrieden zur Kenntnis genommen. Die gegen Frahn ausgesprochene fristlose Kündigung durch den Drittligisten Chemnitzer FC wurde für unwirksam erklärt. Der Vertrag des ehemaligen Kapitäns gelte als nicht beendet und läuft demnach bis zum 30. Juni 2021 weiter.

„Das Urteil ist ein Skandal.“

„Das Urteil ist ein Skandal. Wir werden alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen und notfalls bis vor das Bundesarbeitsgericht beziehungsweise vor das Bundesverwaltungsgericht gehen. Herr Frahn hat dem Chemnitzer FC durch sein Verhalten massiven Schaden zugefügt“, sagte ein erzürnter CFC-Insolvenzverwalter Klaus Siemon gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Der Verein kündigte an, in Berufung gehen zu wollen. „Die heutige Entscheidung wird damit nicht rechtskräftig. Damit bleibt die Kündigung des Spielers Frahn aufrechterhalten. Daniel Frahn wird also auch weiterhin nicht am Trainings- und Spielbetrieb des Chemnitzer FC teilnehmen“, hieß es in einer Vereinsmitteilung.

„Herr Frahn ist nicht rechtsradikal“

Frahns Anwalt Christian Schößling sah dagegen seinen Mandanten als vollständig rehabilitiert an: „Die Entscheidung zeigt, dass Herr Frahn nicht rechtsradikal ist. Das Gericht geht auch nicht davon aus, dass er mit rechtsradikalen Kreisen sympathisiert.“

Frahn war am 5. August wegen seiner angeblichen Nähe zur rechten Szene entlassen worden. Als Begründung führte der Drittligist an, dass sich der damals verletzte Stürmer am 3. August als Zuschauer während des Auswärtsspiels in Halle durch „offenkundig zur Schau gestellte Sympathie zu führenden Köpfen der rechts gesinnten Gruppierung ,Kaotic Chemnitz‘ und der aufgelösten Gruppe ,NS-Boys‘ massiv vereinsschädigend“ verhalten habe. Frahn hatte bei der Partie im Gästeblock zwischen CFC-Fans gesessen, die der mutmaßlich rechtsradikalen Szene zugeordnet werden. Außerdem soll er mit diesen Personen auch die Fahrt nach Halle angetreten haben.

„Support Your Local Hools“

„Die Voraussetzung für eine außerordentliche Kündigung sah die Kammer als nicht erfüllt an“, sagte Burkhard Houbertz, Direktor des Arbeitsgerichtes Chemnitz. Einer im März ausgesprochenen Abmahnung an Frahn nach dem Zeigen eines T-Shirts mit der Aufschrift „Support Your Local Hools“ beim Heimspiel gegen Altglienicke habe die nötige Warnfunktion gefehlt. Außerdem hätte der Verein im Mai, als Mitglieder der besagten Fangruppierung „Kaotic Chemnitz“ in der Mannschaftskabine an der Aufstiegsfeier teilgenommen hatten, nicht eingeschritten.