Klinsmann hat auch genaue Vorstellungen zum nötigen Personal. Teammanager Oliver Bierhoff soll "vorab langfristig verlängern", sagte er. Mit Klinsmann zusammen sollten dann die Assistenztrainer Joachim Löw und Andreas Köpke ihre Arbeit fortsetzen. Und bis zum Frühjahr 2006 soll die Entscheidung über einen neuen Technischen Direktor getroffen werden.
Seine langfristige Planung stehe allerdings unter dem Vorbehalt, "dass es bei der WM nicht in die Hose geht", erklärte Klinsmann. Er definierte offiziell aber nicht, was er unter einem erfolgreichen WM-Abschneiden als Bedingung für die Fortsetzung seines Jobs versteht. Nach den Gesprächen mit der Führung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) aber zeichnet sich ab, dass nicht der von Klinsmann selbst zum Ziel erkorene WM-Titel Voraussetzung für eine Vertragsverlängerung ist. Auch ein ähnlich couragierter und mitreißender Auftritt wie beim Confederations Cup im vergangenen Sommer könnte seine Amtszeit bis mindestens zur EM 2008 ausweiten - selbst wenn das Team im Viertel- oder Halbfinale der WM ausscheiden sollte.
"Die Entwicklung in den vergangenen 15 Monaten ist sehr ermutigend. Wir haben sehr viele junge Spieler eingebaut. Unsere Aufgabe ist es, sie noch weiter nach oben zu bringen, ihnen ständig Hilfestellung zu geben, wo sie sich noch verbessern können. Diese Arbeit ist sehr spannend und mit viel Spaß verbunden", sagte Klinsmann. Der 41-Jährige sieht noch lange nicht alles ausgereizt: "Da ist viel Luft nach oben. Dieser fast vollzogene Generationswechsel in der Nationalmannschaft gibt uns das Gefühl, eine Mannschaft zu entwickeln, die viel leisten kann und wird."
Nach 21 Spielen seit Amtsantritt ist bei Klinsmann und seinen engsten Vertrauten offenbar die Erkenntnis gereift, dass die von ihnen geformte neue Nationalelf ihren sportlichen Zenit erst bei der Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und Österreich oder sogar erst bei der WM 2006 in Südafrika erreichen könnte. Zudem hat der Bundestrainer den Ehrgeiz, den deutschen Fußball auf längere Sicht durch seine Philosophie zu prägen, ähnlich wie das in den Niederlanden oder in Frankreich gelungen ist. "
Eine entscheidende Rolle soll in der Zukunft dem neuen Sportdirektor zukommen, der nach den Vorstellungen von Klinsmann kein Deutscher sein muss, aber die deutsche Sprache beherrschen sollte.
Nach dem Gipfeltreffen mit den Bundesliga-Managern wird Klinsmann wahrscheinlich schon am Wochenende ein weiteres Zeichen dafür setzen, seine Präsenz in Deutschland zukünftig verstärken zu wollen. Er wird vermutlich die Bundesliga-Spitzenpartie FC Bayern gegen Werder Bremen live im Stadion verfolgen. Am Dienstag darauf versammelt er in Köln seinen Kader für das letzte Länderspiel des Jahres am 12. November in Frankreich, den er in dieser Woche benennen wird. (dpa/vdb)