Örjan Madsen klagte gestern: „Das ist nicht zufrieden stellend, man darf sich nicht blenden lassen von einigen guten Ergebnissen. Zwei oder drei deutsche Rekorde machen nicht alles gut.“ Die kurzfristigen Start-Absagen mehrerer Athleten stießen beim Trainer auf Unverständnis. Zudem fehlt ihm der Biss der Nachwuchskräfte. "Es sind zu wenige, die nach vorne drängen", sagte er. Eine deutsche Meisterschaft sei als Chance zu verstehen, sich zu präsentieren.
Aktiven-Sprecherin Anne Poleska äußerte Verständnis für die Athleten. Nach der WM sei es für viele schwer, sich zu motivieren. "Es ist weder Druck da, weil man sich qualifizieren muss, noch der Spaßfaktor." Die Kulisse fast ohne Zuschauer sei "traurig".
Dennoch holte Danila Samulski gestern ihren zweiten Titel. In Abwesenheit von Titelverteidigerin Janine Pietsch und der deutschen Rekordhalterin Antje Buschschulte eröffneten sich ihr über 100 Meter Rücken damit völlig neue Perspektiven. Denn eigentlich haben Schmetterling und Freistil bei der 22 Jahre alte Bundeswehrangehörigen Priorität.
Über 200 Meter Freistil siegte gestern zudem Lukasz Wojt vor Titelverteidiger Paul Biedermann (Halle/Saale). Der Offenbacher Wojt hatte bereits die 400 Meter Lagen gewonnen. 25-km-Weltmeisterin Britta Kamrau-Corestein schwamm über 1500 m Freistil überraschend zu ihrem ersten Meistertitel auf der Langbahn - trotz Ermattung: „Vom Gefühl her bin ich am Ende meiner Kräfte.“ Bei den Männern setzte sich 5-km-Weltmeister und Titelverteidiger Thomas Lurz aus Würzburg souverän durch.