Über 34 Millionen Menschen in Deutschland spielen Computerspiele, schätzt der Verband der deutschen Games-Branche. Einen Geschlechterunterschied gibt es kaum. Laut eSport-Bund Deutschland (ESBD) sind gut drei Millionen von ihnen sogenannte E-Sportler: Sie spielen nicht nur zum Spaß, sondern trainieren für Wettkämpfe. 58 E-Sport-Vereine zählt der ESBD in Deutschland, Tendenz steigend. Fußballvereine von Bundesligist FC Schalke 04 bis zu Verbandsligist 1. FC Frankfurt (Oder) haben E-Sport-Abteilungen gegründet.

Wettkampf orientiertes Computer Spielen ist keine neue Erscheinung. Erste Weltmeisterschaften gab es bereits in den 1980er und 90er Jahren. Doch erst seit Meisterschaften Stadien füllen und Preisgelder in Millionenhöhe ausgezahlt werden, verlässt E-Sport sein Nischendasein.

Verbände und Sportwissenschaft sind sich uneins

Ob Computer Spielen Sport sein kann, ist jedoch umstritten. „eSport ist kein Sport“, schreibt die Stuttgarter Sportwissenschaftlerin Carmen Borggrefe in einer Stellungnahme für den Sportausschuss des Bundestages. Auch virtuelle Sportspiele gehörten nicht dazu, denn „sie simulieren nur sportliche Handlungen.“

Cottbus

Kevin Rudolf forscht im E-Sport-Projekt der Sporthochschule Köln. Er sagt: „Die Gesellschaft entscheidet, was als Sport angesehen wird.“ E-Sport habe viele Gemeinsamkeiten zu anderen Sportarten. „Körperliche Aktivität muss nicht der entscheidende Faktor sein“, sagt Rudolf und nennt das Beispiel Motorsport, bei dem es eher um die Beherrschung des Sportgerätes gehe.

Die Diskussion hat auch Brandenburg erreicht. Während man sich etwa beim Fußball-Landesverband und beim Cottbuser Stadtsportbund offen für Kooperationen mit E-Sport-Vereinen zeigt, lehnt der Landessportbund Brandenburg eine Anerkennung als Sport ab. Und selbst bei den beiden Lausitzer E-Sport-Vereinen gibt es zu der Frage, ob E-Sport in die Sportförderung gehört, oder nicht, keine eindeutige Haltung.