Mehrere Rennen, Trainings, eine Fahrrad-Messe – beim Bike-Festival des RSV Plessa gibt es alles, was das Mountainbike- und BMX-Herz begehrt. Ein Konzept, dass bereits im vergangenen Jahr etwa 150 Fahrer und 500 Besucher in die kleine Gemeinde im Elbe-Elster-Kreis lockte. Organisatorin Steffi Marth hofft auf ähnlich großen Zuspruch bei der zweiten Ausgabe.

Frau Marth, wie kam die Idee zum Bike-Festival zustande?

Marth Ich bin in Plessa aufgewachsen, aber als Mountainbike-Profi mittlerweile viel in der Welt unterwegs. Das Festival haben wir im letzten Jahr ins Leben gerufen, weil ich der Radsportszene etwas zurückgeben wollte, auch auf den ganzen Osten bezogen. Mountainbike ist bei uns ja nicht so bekannt wie etwa in der Alpenregion – es gibt hier ja kaum Berge.

War von Anfang an geplant, daraus eine regelmäßige Veranstaltung zu machen?

Marth Eigentlich nicht. Die Veranstaltung ist ja ein riesiger Planungsaufwand und außerdem ein reines Charity-Event. Niemand verdient etwas daran. Aber wir versuchen, etwas Geld für den Verein einzunehmen, um die große BMX-Anlage zu erhalten. Die Veranstaltung im letzten Jahr war aber schließlich so erfolgreich und von den Leuten kam so viel zurück, dass wir gesagt haben, wir machen das dieses Jahr noch einmal. Gerade ist es auch wieder so, dass wir sagen, es ist zu viel Aufwand. Aber wer weiß, nach dem Wochenende sagen wir wahrscheinlich doch, dass wir es nächstes Jahr wiederholen.

Ist das Festival eher als Kennenlernen für Einsteiger oder Treffen der lokalen Radsportszene gedacht?

Marth Es ist eigentlich von allem etwas dabei. Wir haben ja auch richtige Rennen im Programm wie den BMX-East-Cup oder das Pumptrack-Rennen. Das ist schon nicht so einfach und nur für die gedacht, die schon ganz gut fahren können. Aber es ist auch etwas für die Augen der Zuschauer, die Rennfahrer Kopf an Kopf fahren zu sehen. Für die, die sich noch nicht gut auskennen, gibt es zum Beispiel ein Mountainbike-Training mit Timo Pritzel, einem Profifahrer aus Berlin, der auch schon in den 90er-Jahren weltweit bekannt war. Am Ende gibt es auch eine Tombola, bei der man unter anderem ein Bike gewinnen kann.

Sind Sie auch als Fahrerin mit dabei oder beschränken sie sich auf die Organisation?

Marth Beim Pumptrack-Rennen werde ich schon mitfahren. Ansonsten bin ich wahrscheinlich den ganzen Tag am Organisieren und kümmere mich um all die Besucher, die auch gerne etwas von mir erfahren möchten.

Auch für jüngere Fahrer ist beim Bike-Festival einiges geboten. Wie steht es denn um den Mountainbike-Nachwuchs beim RSV Plessa?

Marth Wir haben auf alle Fälle zahlreichen Nachwuchs, wenn alle beim Training sind, sind über 20 Leute da. Was uns aber fehlt, sind hauptberufliche Trainer. Auch gibt es in der Lausitz viele, die im Bereich Mountainbike engagiert sind, in Schipkau oder Hoyerswerda gibt es etwa überall kleine Grüppchen. Ich würde diese gerne zusammenbringen, dass man sich gemeinsam besser austauschen kann.

Hauptberuflich sind Sie Mountainbike-Profi. Wie viel Zeit bleibt da, um ein Festival zu organisieren?

Marth Eigentlich überhaupt keine! Ich bin durch meinen Beruf nicht mehr oft in der Region und habe inzwischen auch eine Zweitwohnung in München. Aber das Festival ist eben eine Herzensangelegenheit, deshalb haben wir den Termin auch schon im Dezember festgelegt. Man kriegt es mit der Organisation schon hin, ist aber stark auf Helfer angewiesen, die das Ganze vor Ort koordinieren. Es ist ja auch das Zeichen, dass wir setzen wollen, wie viel man mit wenigen Mitteln erreichen kann.

Wie oft kommen Sie da noch zurück in die Heimat?

Marth Als zweite Vorsitzende des Vereins habe ich ja auch ein paar Aufgaben zu erledigen. Insgesamt sind es vielleicht vier Wochen, verteilt über das ganze Jahr, die ich in der Lausitz bin. Aber gerade für eine solche Veranstaltung bin ich gerne hier. Das mache ich tausendmal lieber, als irgendwohin in den Urlaub zu fahren.

mit Steffi Marth
sprach Julian Münz