Den ersten Flug vor der Handball-Europameisterschaft haben die deutschen Männer ohne Komplikationen hinter sich gebracht. Am Dienstag landeten  sie pünktlich von Wien aus, wo sie ihr letztes Testspiel mit 32:28 gewannen, in Trondheim. Dort bestreiten sie heute ihr erstes Vorrundenspiel gegen die Niederlande. Das ausgegebene Ziel ist trotz zahlreicher Absagen klar: Eine Medaille soll her, möglichst die goldene wie beim Triumph vor vier Jahren, als die damals von Dagur Sigurdsson trainierte Mannschaft ebenfalls viele Ausfälle zu verkraften hatte.

„Wir wollen aus der EM etwas richtig Gutes machen“, verkündet Bundestrainer Christian Prokop. „Die Vorfreude ist ungebremst. Jetzt geht es endlich um etwas Zählbares.“

Trondheim, Wien, Stockholm

Eines ist sicher: Sollte die Mannschaft weit kommen, werden die Akteure etliche Flugmeilen sammeln. Wenn sie ihre Gruppe auf Platz 1 oder 2 beendet, weitere Gegner sind Spanien und Lettland, würde der Weg zurück nach Wien führen, wo die Hauptrunde stattfindet. Danach würde es zurück nach Skandinavien gehen  diesmal nach Stockholm, wo das Halbfinale und das Finale ausgetragen werden. „Irgendwie fühlt es sich so an, dass wir kreuz und quer durch Europa fliegen und zwischendurch ein bisschen Handball spielen“, sagt Kreisläufer Hendrick Pekeler nur halb im Scherz.

Ungeachtet der strapaziösen Saison freuen sich die Spieler auf die Herausforderung EM. „Für uns ist ein großes Turnier immer ein Highlight. Wir sind nicht weniger heiß auf die EM als im Vorjahr auf die Heim-WM“, sagt Kapitän Uwe Gensheimer. „Der einzige Unterschied ist, dass wir während der Spiele nicht einen extra Push durch das Publikum kriegen. Das müssen wir von innen heraus hinbekommen.“

Dabei soll der der 33 Jahre alte Weltklasse-Linksaußen gemeinsam mit Typen wie den Torhütern Andreas Wolff und Johannes Bitter oder den Abwehrrecken Hendrick Pekeler und Patrick Wiencek eine tragende Rolle spielen. „Einige Spieler sind für die Emotionalität verantwortlich, andere für Souveränität und Ruhe. Dieses Wechselspiel wird sehr wichtig sein“, betont Prokop.

Der Auftaktgegner müsste eine lösbare Aufgabe sein. Im Gegensatz zu Hollands Frauen, die im Dezember sogar Weltmeister wurden, sind die Männer allenfalls zweitklassig. Immerhin feiern sie ihre EM-Premiere, geben sich allerdings keinen großen Hoffnungen hin. „Um zu gewinnen, müssten wir 120 Prozent abrufen und die Deutschen nur 70“, sagt Bundesliga-Profi Bundesliga-Profi Fabian van Olphen.

Unterhosen helfen bei Regeneration


Die enge Spieltaktung bei der Handball-Europameisterschaft macht nicht nur Nationalspieler Patrick Wiencek zu schaffen. Um nach den Partien schnell wieder fit zu werden, probiert der 116 Kilo schwere Abwehrhüne etwas Neues aus.

Er sei kein Fan von Bandagen oder Sonstigem, bekennt er. „Aber ich trage jetzt so komische Thermo-Unterwäsche. Die soll helfen, schneller zu regenerieren. Und das tut sie auch“, sagt der 30-Jährige. dpa