Jogi geht, Hansi kommt! Gerade rechtzeitig vor dem Start in die heiße EM-Vorbereitung ist die Bundestrainer-Frage für die Zeit nach der Ära von Joachim Löw nun auch offiziell geklärt. Bayern Münchens Titelsammler Hansi Flick wird neuer Chefcoach der Fußball-Nationalmannschaft und beerbt seinen einstigen Vorgesetzten und Weltmeister-Trainer Löw nach dem EM-Sommer. Dass der Bayern-Coach des Geldes wegen unteschreibt, ist eher unwahrscheinlich – bei einer Unterschrift soll Flick weniger verdienen als beim FC Bayern. Der Vertrag beim deutschen Rekordmeister war auf Flicks Wunsch vorzeitig aufgelöst worden.

Hansi Flick vor Vertragsunterschrift beim DFB: „Es sind noch Dinge zu klären.“

Vertreten wurde Flick bei den Verhandlungen mit dem DFB laut „Bild“ von Anwalt Christoph Schickhardt, für den Deutschen Fußball-Bund verhandelten Generalsekretär Friedrich Curtius und Direktor Oliver Bierhoff. Flick selbst habe am Dienstag um 08.20 Uhr die DFB-Zentrale in Frankfurt/Main betreten, berichtete „Bild“.
Dieser hatte zuvor erneut von guten Gesprächen mit DFB berichtet. „Es sind noch Dinge zu klären. Das hat nichts mit mir zu tun, das sind andere Sachen. Wenn die geklärt sind, sieht es gut aus,“ sagte Flick in einem Interview, das das Internet-Portal „Sportbuzzer“ veröffentlichte.
Flick hatte auch am Samstag vor seinem letzten Spiel als Trainer des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München betont, dass es noch um Kleinigkeiten gehe. „Wenn das dann alles soweit ist, dann kann man die Dinge auch schnell verkünden“, hatte Flick gesagt.

Flick wird nach der EM 2021 Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft

Das Amt des Bundestrainers wird nach der Europameisterschaft 2021 frei, wenn die Ära von Joachim Löw endet, mit dem zusammen Flick 2014 die deutsche Mannschaft zum WM-Titel in Brasilien geführt hatte.
Solange es dann sein neuer Job zulasse, wolle er in Urlaub fahren, erklärte Flick nun. Sein Spind beim FC Bayern sei ausgeräumt, „alles ist weg. Die Pokale, die Auszeichnungen, das war schon eine Menge“. Flick hatte in seinen 19 Monaten als Coach des alten und neuen Meisters sieben Titel gewonnen.
„Meine Vorfreude ist riesig, denn ich sehe die Klasse der Spieler, gerade auch der jungen Spieler in Deutschland. So haben wir allen Grund, die kommenden Turniere, zum Beispiel die Heim-EM 2024, mit Optimismus anzugehen“, sagte Flick nach seiner Unterschrift unter seinen Dreijahresvertrag am Dienstag in Frankfurt.

Co-Trainer von Hansi Flick wird nach der EM entschieden

Die Weichen für die Zukunft will Flick dann nach dem Turnier stellen. Auch die Frage nach seinem Team und seinen Assistenten blieb am Dienstag noch unbeantwortet. Den Bayern wird der Abschied ihres Erfolgstrainers wohl mit einem lukrativen Kompensationsspiel erträglich gemacht. Mit dem DFB habe man sich auf eine „smarte Geste“ verständigt, verriet Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bereits.
Die Entscheidung pro Flick kam nicht mehr überraschend. Zuletzt ging es vornehmlich um vertragliche Details. Nach den Bayern-Erfolgen soll der künftige Bundestrainer aber auch bei europäischen Topclubs wie dem FC Barcelona oder Tottenham Hotspur ein Kandidat gewesen sein. Der Bundestrainer-Posten hatte für Flick aber immer Priorität. Er ist der elfte DFB-Coach seit 1926 und der siebte, der zuvor schon einmal als Assistent des Bundestrainers gearbeitet hat.
Der DFB setzt somit - wenn auch mit zeitlicher Verzögerung - eine gewisse Tradition fort. Wie groß das Signal zum Neuanfang nach den zuletzt von vielen Fans als zäh empfundenen letzten Löw-Jahren sein wird, muss Flick beweisen. Die Aufgabe zum neuen Team-Building Richtung Heim-EM 2024 stellt sich für ihn wie für seinen Vorgänger. Vermutlich wird auch er entscheiden müssen, wann die DFB-Karrieren von Ex-Weltmeistern wie den zurückgeholten Thomas Müller und Mats Hummels und dann auch von Toni Kroos oder Manuel Neuer einmal enden.
Seine besondere Beziehung zum DFB hatte Flick zuletzt mehrfach betont. 2006 machte ihn Löw nach dem WM-Sommermärchen und der eigenen Beförderung zum Bundestrainer zu seinem Assistenten.