Von Nicolas Sowa

Mit der Hoffnung auf weniger Verletzungspech und einem kleineren Abstand zur Bundesliga-Spitze sind die Füchse Berlin in die Vorbereitung auf die neue Handball-Saison gestartet. Bei zwei klaren Siegen in Testspielen gegen unterklassige Teams stimmte sich der Hauptstadtclub in der ersten Woche ein. Die Ergebnisse spielten beim Landesligisten TV Borken (47:16) am Freitag und dem 35:17 bei Oberligist Schalke 04 aber nur eine untergeordnete Rolle.

Die beiden Partien dienten vor allem der Teamfindung. „Die Fehlerquote war noch recht hoch. Aber das ist auch normal für so einen frühen Stand in der Vorbereitung“, sagte Nationalspieler Paul Drux. „Es ging vor allem auch darum, ordentlich Tempo zu machen.“ Daran wollen die Füchse auch in dieser Woche anknüpfen. An diesem Montag reisen die Berliner für eine Woche ins Trainingslager nach Lübbenau. Am Freitagabend wird der Europapokalteilnehmer gegen eine Spreewald-Auswahl testen, die sich aus der TSG Lübbenau und dem HC Spreewald zusammensetzt.

Sportlich haben solche Partien nur eine geringe Aussagekraft. Für Manager Bob Hanning, der gerne von der Handball-Familie spricht, sind sie aber dennoch eine Notwendigkeit. „Wir bekommen immer wieder Anfragen von kleinen Vereinen, die gegen uns spielen wollen“, berichtete er. Da nehmen die Füchse auch mal lange Busfahrten in Kauf. „Deshalb machen wir das gerne am Anfang der Vorbereitung. Dann stört das nicht so“, so Hanning.

Die Füchse hoffen in der kommenden Saison von zahlreichen Blessuren wie zuletzt verschont zu bleiben. Doch auch nun wirkt die vorige Spielzeit noch nach. Nationalspieler Fabian Wiede wird erst in 14 Tagen ins Teamtraining zurückkehren, sein Rückraumkollege Frederik Simak muss sogar noch vier Wochen warten. Beide Spieler trainieren aktuell nur individuell.

Dafür sind die Neuzugänge Michael Müller (aus Melsungen), Martin Ziemer (Hannover) und Champions-Leaguer-Sieger Dejan Milosavljev (Vardar Skopje) bereits im Training. „Mit ihnen sind wir jetzt breiter aufgestellt“, sagte Drux. Der Konkurrenzkampf soll deutlich verschärft werden. „Aber das Wichtigste ist, dass die Stimmung gut ist. Und das ist so“, betonte Drux.

Während des fünftägigen Athletiktrainingslagers in Lübbenau wird auch Spielmacher Simon Ernst erstmalig ins Teamtraining einsteigen. Der 25-Jährige hatte vorige Saison nach einem Kreuzbandriss kein Spiel für die Berliner bestritten. So ist Ernst quasi auch ein Neuzugang.

Und ein Grund, warum Hanning optimistisch in die neue Saison geht. „Ich bin guter Dinge, wir sind insgesamt gut aufgestellt“, sagte er. Zu den Ambitionen in der Bundesliga sagte er dem RBB: „Wir müssen auf Augenhöhe kommen. Wir müssen die großen Mannschaften zu Hause schlagen können und auswärts eine Chance haben.“ Im nationalen Pokal und dem EHF-Cup gab er das Ziel aus, jeweils das Final Four zu erreichen. Die Füchse starten am 25. August in Leipzig in die neue Bundesliga-Saison.