Mit dem Ausgang des Rennens im Berliner Velodrom hatten Pollack/Kluge zwar nichts mehr zu tun. Die beiden Lausitzer mit der Startnummer 11 auf den dunkelroten Trikots gehören aber nach einem bisher enttäuschenden Weltcup-Abschneiden der deutschen Bahnsportler im Ausdauerbereich - der Bahnvierer als Aushängeschild bangt sogar noch um seine Olympia-Qualifikation (die RUNDSCHAU berichtete) - eindeutig zu den Lichtblicken. Nach Platz vier bei der Generalprobe auf der Olympiabahn Laoshan in Peking und Rang drei beim Weltcup in Los Angeles hat das Duo einen Startplatz bei den Bahn-Weltmeisterschaften in Manchester (26. bis 30. März) so gut wie sicher.
„Olaf ist mein erster Standardpartner. Ich bin vorher auch schon mit Marcel Kalz, Christian Bach oder Erik Mohs gefahren“ , so Kluge, der in wenigen Tagen 22 Jahre alt wird. „Aber mit Olaf hat es auf Anhieb geklappt, wir kommen einfach gut miteinander klar - auf der Bahn und daneben. Wir haben uns gesucht und gefunden“ , sagt der Cottbuser, der mit Pollack bei den deutschen Meisterschaften 2007 im ersten gemeinsamen Rennen Platz zwei im Madison belegen konnte.
Auch Olaf Pollack ist mit seinem Partner und seiner Entwicklung nach dem Bahn-Comeback im Sommer 2007 zufrieden. „Es läuft gut mit Roger. Wir üben hier und es wird jeden Tag besser“ , so der 34-Jährige, der nach dem Aus von Wiesenhof-Felt in dieser Saison die Straßensaison für das österreichische Continental-Pro-Team Volksbank fahren wird. „Roger fährt sehr unbekümmert, macht sich noch keine Gedanken und ist unheimlich cool. Und neben seinem Stehvermögen hat er eine hohe Grundschnelligkeit“ , lobt er die Vorzüge seines Partners. Pollack, 1999 in Berlin bereits WM-Bronze-Medaillengewinner im Zweier-Mannschaftsfahren zusammen mit Andreas Kappes (Bremen), bringt dazu die nötige Abgeklärtheit und das Auge mit - eine Kombination, die funktioniert und Erfolg verspricht.
Den Erfolg wollen beide auch beim vierten und letzten Weltcup der Saison in Kopenhagen (15. bis 17. Februar) suchen. Roger Kluge reist dazu bereits heute ins Trainingslager des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) nach Mallorca. „Ich werde da ein bisschen rausnehmen und wieder an der Grundlage arbeiten“ , so das RK 09 Endspurt-Mitglied.
In der Ballerup Super-Arena geht es für den gebürtigen Eisenhüttenstädter neben einem guten Auftritt zusammen mit Pollack im Madison auch darum, seine Weltcup-Gesamtführung im Scratch zu verteidigen. Hier liegt er nach seinem Sieg von Sydney momentan mit 22 Punkten vor Walter Perez (15/Argentinien). Neben dem Prestige würde der Gesamtsieg automatisch Kluge den WM-Startplatz bringen und letzte Zweifel bei den eher „schwammigen“ BDR-Nominierungskritierien ausräumen. Pollack reist morgen in das Volksbank-Teamtrainingslager in die Toskana, versucht hier die richtige Balance zwischen Straßentraining und weiterer Bahnvorbereitung zu finden. "Die Freistellung für die Bahn-Wettkämpfe ist geregelt." Neben Madison darf er in Dänemark auch im Punktefahren starten.
Nach Kopenhagen wird Bundestrainer Uwe Freese seinen erweiterten WM-Kader nominieren. Nach der WM in England wird der Kreis auf sieben Sportler für die Olympischen Spiele reduziert - danach wird feststehen, ob Olaf Pollack und Roger Kluge nicht nur den richtigen Partner, sondern auch den richtigen Weg gefunden haben.