WM 2026
: Darum wirkt die Bildqualität im TV und Stream schlechter als gewohnt

Beim Deutschland-Spiel in Chicago beschwerten sich viele Fans über das TV-Bild. Hier erfahrt ihr, weshalb das bei der WM auch der Fall sein wird.
Von
Kai Winderl
Chicago
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Eine Familie guckt Fußball im Garten

Einige deutsche Fußballfans dürften sich auch bei der Weltmeisterschaft über die Bildqualität wundern.

Julian Stratenschulte/dpa-tmn/dpa

Viele Fußballfans rieben sich beim Testspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die USA verwundert die Augen. Das Bild wirkte ungewohnt, Bewegungen sahen anders aus als bei Bundesliga-Übertragungen und auch die Farben schienen teilweise weniger natürlich. Schnell wurde in sozialen Netzwerken über eine schlechte Bildqualität diskutiert.

Tatsächlich gibt es mehrere technische Gründe, warum Fernsehbilder aus Nordamerika für europäische Zuschauer anders wirken können. Mit der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko könnte dieses Thema während des Turniers erneut für Diskussionen sorgen.

Unterschiedliche TV-Standards in Nordamerika

Ein wichtiger Faktor liegt in der Fernsehtechnik. In Europa werden Sportübertragungen traditionell mit 50 Hertz produziert, in Nordamerika hingegen mit knapp 60 Hertz. Vereinfacht gesagt handelt es sich dabei um die Anzahl der Bildwechsel pro Sekunde.

Für Zuschauer klingt der Unterschied zunächst gering. Bei schnellen Sportarten wie Fußball kann er jedoch sichtbar werden. Müssen Bilder für den europäischen Markt umgerechnet werden, verändert sich die Darstellung von Bewegungen leicht. Besonders schnelle Pässe, Kameraschwenks oder lange Bälle können dadurch anders wirken als gewohnt.

Moderne Fernsehtechnik ist zwar in der Lage, solche Umwandlungen hochwertig durchzuführen. Dennoch nehmen viele Zuschauer einen Unterschied wahr, weil sie an die Bildcharakteristik europäischer Produktionen gewöhnt sind.

Andere Kameraperspektiven verändern den Eindruck

Hinzu kommt die Bauweise vieler nordamerikanischer Stadien. Zahlreiche WM-Spielorte werden hauptsächlich für American Football genutzt. Die Kameraplattformen befinden sich dort häufig deutlich höher als in klassischen Fußballstadien Europas.

Das hat Auswirkungen auf die Wahrnehmung des Spiels. Das Spielfeld wirkt kompakter, Abstände erscheinen kürzer und die Tiefenwirkung verändert sich. Für Zuschauer entsteht dadurch oft der Eindruck, als sei das Bild weniger dynamisch oder weiter vom Geschehen entfernt.

Farben und Bildstil unterscheiden sich

Auch bei der Bildbearbeitung gibt es Unterschiede zwischen europäischen und amerikanischen Produktionen. Während viele europäische Sender auf eine möglichst natürliche Darstellung setzen, arbeiten US-Produzenten teilweise mit anderen Einstellungen bei Kontrast, Helligkeit und Farbsättigung.

Dadurch kann der Rasen anders wirken als gewohnt oder das gesamte Bild einen ungewohnten Farbeindruck hinterlassen. Technisch handelt es sich dabei nicht zwingend um eine schlechtere Qualität, sondern um einen anderen Produktionsstil.

Weitere News, Hintergründe und Informationen rund um die WM 2026 findet ihr auf unserer Themenseite zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026.