Der Fußball im Land Brandenburg geht wieder in die vorzeitige Winterpause. Der Fußball-Landesverband Brandenburg verkündete am späten Mittwochabend, dass der Spielbetrieb in allen Spielklassen vorerst bis zum 31. Dezember ruht. Corona-Zwangspause für den Spielbetrieb, das hatte es auch im Jahr 2020 schon gegeben. Damals dauerte die Winterpause von Anfang November bis in den Sommer 2021.
Der FLB teilte auf seiner Internetseite mit: „Das Präsidium des Fußball-Landesverbandes Brandenburg hat in Abstimmung mit seinen Kreisen und dem Krisenstab beschlossen, mit dem Spielbetrieb in allen Altersklassen vorzeitig in die Winterpause zu gehen. Damit werden ab sofort bis zum 31. Dezember 2021 keine Spiele mehr durchgeführt und alle bis dahin angesetzten und noch nicht absolvierten Pflichtspiele durch den Verband abgesetzt.“

NOFV will Regionalliga weiterspielen lassen

Zuvor hatte der Nordostdeutsche Fußballverband NOFV bereits mitgeteilt, dass dies auch für die Fußball-Oberligen der Herren mit dem Süd-Spitzenreiter VfB Krieschow sowie die Regionalliga der Frauen der Fall sei. Einzig die Fußball-Regionalliga Nordost soll fortgeführt werden. Der Spielbetrieb soll „bis auf Weiteres unter Beachtung der Coronaschutzverordnungen der Bundesländer und der strikten Umsetzung der jeweils gültigen Hygienekonzepte“ weiterlaufen, teilte der Verband mit.
Damit sind der FC Energie Cottbus, der FSV Union Fürstenwalde, der FSV Luckenwalde, FSV Optik Rathenow und der SV Babelsberg die einzigen fünf Brandenburger Mannschaften, die weiterhin Fußballspiele austragen können.

2G-Regelung belastet die Brandenburgliga

Die vorzeitige Corona-Winterpause gilt auch für die höchste Spielklasse im Land, die Fußball-Brandenburgliga. Dort hatte sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet, dass die Vereine mit der 2G-Regelung (geimpft oder genesen) Probleme bekommen würden. Marc Flohr, Teammanager vom Aufstiegsaspiranten TuS Sachsenhausen fasste zusammen: „Wir haben eine hohe Impfquote und könnten vermutlich den Spielbetrieb stemmen. Aber es wird eine Wettbewerbsverzerrung. Daher: Schluss jetzt, lasst uns die Winterpause vorziehen. Grundsätzlich haben alle genügend Luft im Terminkalender 2022.“
Schiedsrichter-Chef Heinz Rothe hatte zudem angemerkt, dass nicht klar sei, wie die 2G-Regelungen kontrolliert werden sollten. Er betonte: „Der Schiedsrichter wird nicht die Person sein, die dann vor Ort den Impfstatus der beiden Mannschaften kontrollieren kann. Der Referee muss sich auf das Spiel vorbereiten und kann sich nicht damit beschäftigen.“
Derlei Gedankenspiele sind vorerst beendet. Der FLB formulierte deutlich in der Mitteilung: „Der Verband stuft eine ordnungsgemäße Durchführung des Spielbetriebes und der damit einhergehenden kurzfristigen Organisation zur Einhaltung der 2G-Regelung durch die Vereine als unzumutbar ein.“

Kritik und Impfappell vom Fußball-Landesverband

FLB-Präsident Jens Kaden kritisierte, er könne seine „Enttäuschung nicht verbergen, dass wiederum eine Entscheidung der politischen Ebene getroffen worden ist, ohne den Verband im Vorfeld mit einzubeziehen bzw. Gehör zu verschaffen.“ Es sei bei 100.000 Fußballern im Land nicht möglich, so kurzfristig die geltenden Bestimmungen umzusetzen.
Gleichzeitig formulierte der Verband noch einmal einen dringenden Impfappell: „Jede Impfung zählt. utzen Sie die Zeit der „Fußballpause“, um sich und andere zu schützen, aber auch damit bessere Voraussetzungen für den zukünftigen Spielbetrieb zu schaffen.“