Nach einer turbulenten Woche mit der Suspendierung von Verteidiger Lukas Slavetinsky wegen Vorkommnissen außerhalb der Eisfläche wollen die Füchse nun endlich mit sportlichen Erfolgen für Schlagzeilen sorgen. Die Chancen dafür stehen relativ gut. Denn am letzten Wochenende vor der Länderspiel-Pause geht es gegen zwei Kontrahenten aus dem Mittelfeld der Tabelle. Heute ab 19.30 Uhr gastiert der REV Bremerhaven in Weißwasser. Am Sonntag reist die Mannschaft von Cheftrainer Fred Carroll dann zum ESV Kaufbeuren (Beginn um 18 Uhr).
Das Wort Play-offs hat Carroll derweil aus der Kabine verbannt, um zumindest etwas den Druck von den in 14 Saisonspielen nur ein Mal erfolgreichen Profis zu nehmen. „Wir halten zwar an unserem Saisonziel, also Platz acht, fest. Aber in unserer derzeitigen Lage wäre es falsch, auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden“ , betont der Deutsch-Kanadier. Stattdessen möchte Carroll mit dem Team den Weg der kleinen Schritte gehen. „Wir wollen zunächst Platz 13 erreichen und uns dann in der Tabelle weiter nach oben arbeiten.“ Aber selbst das wird schwer genug. Denn die Moskitos Essen als Vorletzter stehen nach 14 Spieltagen immerhin schon sechs Punkte vor den Füchsen.
Angesichts der katastrophalen Ausbeute in den vergangenen Wochen regiert im Fuchsbau vor allem das Prinzip Hoffnung. Es regiert die Hoffnung darauf, dass die Mannschaft mit einem Erfolgserlebnis vor der zweiwöchigen Pause neues Selbstvertrauen für den Rest der Saison tanken kann. „Ich halte es für zu früh, das ursprüngliche Saisonziel zu korrigieren“ , sagt Geschäftsführer René Reinert. Er sei nach wie vor von den Qualitäten der Mannschaft überzeugt. „Die meisten Profis haben in der vergangenen Saison hier in Weißwasser bewiesen, dass sie Eishockey spielen können. Und das können sie nicht plötzlich verlernt haben.“
Neben dem suspendierten Lukas Slavetinsky wird heute wahrscheinlich auch Pavel Vait fehlen. Er ist durch Magenbeschwerden gehandicapt und hat am Mittag einen weiteren Arzt termin. Deshalb stehen momentan nur noch sechs Verteidiger zur Verfügung.
Schwerpunktmäßig trainiert wurde in dieser Woche das Überzahlspiel, das zuletzt überhaupt nicht funktionierte. Um den Druck auf das gegnerische Tor zu erhöhen, wird bei numerischer Überlegenheit heute mit Lars Müller ein Stürmer neben Daryl Andrews in der Verteidigung spielen.

Zur Sache Profis bezahlen für Fans
Die Füchse senken wegen der angespannten sportlichen Situation die Eintrittspreise für die kommenden Heimspiele. Ein Erwachsenen-Sitzplatz kostet ab sofort 12,50 Euro statt bisher 15 Euro. Stehplatz-Tickets wurden von elf auf 9,50 Euro reduziert.
Einen Teil der Kosten übernimmt die Mannschaft. Sie will damit den Einnahmeausfall des Vereins reduzieren. Vize-Kapitän Dirk Rohrbach: „Wir sind für diese Situation verantwortlich. Deshalb ist es unsere Pflicht, ein deutliches Signal zu setzen.“
Die Regelung gilt so lange, wie die Füchse auf dem letzten Platz stehen, zunächst mindestens bis Ende des Monats.
Inhaber von Dauerkarten bekommen ebenfalls einen finanziellen Ausgleich. Sie erhalten im ersten Spiel in den Play-offs oder den Play-downs freien Eintritt.