Die Lausitzer Füchse haben die Löwen Frankfurt am Freitagabend mit 6:3 besiegt, einen wichtigen Sieg im Kampf um die Pre-Playoffs in der 2. Deutschen Eishockey Liga (DEL2) eingefahren – und ihre Fankurve endlich wieder jubeln lassen.

Während die Fans ihre Mannschaft unter der Woche bei der Heimniederlage am Dienstag gegen Freiburg (1:3) noch mit einem Stimmungsboykott abgestraft und den Support in den ersten 50 Minuten verweigert hatten, brachen die Anhänger nun ihr Schweigen und feuerten ihr Team schon beim Warmmachen lautstark an. Dass gegen Freiburg nur 1816 Zuschauer den Weg in die Eisarena gefunden hatten, lag sicher auch am Spieltermin. Dennoch war es die niedrigste Kulisse seit fast zwei Jahren im Fuchsbau (auch damals ein Dienstagsspiel). Im Gegensatz zur Erfolgssaison 2018/19, in der Weißwasser stets mehr als 2000 Zuschauer zählen konnte, waren am 23. Januar 2018 nur 1707 Schaulustige dabei.

Kurios: An eben jenem Januartag war den Füchsen auch der bis dato letzte Sieg gegen Frankfurt gelungen. Der direkte Vergleich sprach mit 22:6 Siegen zugunsten der Hessen eine deutliche Sprache vor dem Bully. Und wie schwer sich die Füchse als Löwenbändiger tun, offenbarte auch die Anfangsphase. Trotz mutigem Beginn mit vielen Abschlüssen lagen die Sachsen bereits nach elf Minuten mit 0:2 hinten gegen den Deutschen Meister von 2004. Vor allem dem 0:1 durch Luis Schinko war einmal mehr ein folgenschwerer Scheibenverlust im eigenen Drittel vorausgegangen.

Eishockey Lausitzer Füchse – Löwen Frankfurt

Die Reaktion der Füchse war aber mehr als beeindruckend, weil in der aktuellen Verfassung keineswegs selbstverständlich. Es dauerte keine sechs Minuten, da hatten Tomas Andres im Powerplay (13.) und Topscorer Mike Hammond (17.) den Rückstand wieder korrigiert und den Fuchsbau gewaltig beben lassen.

Die Mannschaft von Trainer Corey Neilson, bei der die Carruth-Vertretung und Eisbären-Leihgabe Marvin Cüpper einen verlässlichen Rückhalt zwischen den Pfosten abgab, war auch im Mittelabschnitt absolut gleichwertig. Die Füchse verdienten sich dabei auch die hübsch herauskombinierte 3:2-Führung durch Jordan George nach 34 Minuten – der zweite Treffer in Überzahl an diesem Abend. Die Frage, ob die Frankfurter auch in Gleichzahl zum Ausgleich gekommen wären, kann niemand seriös beantworten. Zumindest aber bedurfte es erst einer strittigen Hinausstellung von Feodor Boiarchinov, ehe Ex-Fuchs Roope Ranta im Powerplay das 3:3 für die Löwen besorgte (39.).

Weißwasser aber holte sich die Führung zurück. Daniel Schwamberger wurde intelligent freigespielt von Luke Nogard (44.). Schwamberger war vier Minuten später auch am nächsten Treffer beteiligt, das er zusammen mit Eric Mik inszenierte. Mychal Monteith wurde klasse bedient im Rückraum und legte den Puck mit viel Übersicht flach ins Eck. Ein weiteres Tor, mit dem die Füchse unter Beweis stellten, was sie zu leisten im Stande sind. Jakub Kania machte den Endstand in der Schlussminute per Empty Net Goal perfekt.

Frankfurt-Trainer Matti Tiilikainen hatte kein Problem damit, den Sieg der Füchse anzuerkennen: „Die Füchse sind heute über das Eis geflogen und haben uns viele Probleme bereitet.“ Corey Neilson wirkte sichtlich befreit ob des überzeugenden Erfolgs, den er vor allem den zuletzt so leidgeprüften Fans widmen wollte. „Die Halle war fantastisch heute. Die Fans haben gespürt, dass sie uns unterstützen müssen und der Mannschaft eine Menge Energie gegeben.“

Ein starker Auftritt, der Mut macht für die kommenden Aufgaben. Die nächste stellt sich am Sonntag (18.30 Uhr) zum "Rückspiel" in der Mainmetropole. Die nächste Gelegenheit für Weißwasser, die Bilanz gegen den Angstgegner aufzuhübschen.

Lausitzer Füchse – Löwen Frankfurt 6:3 (2:2, 1:1, 3:0)

Tore: 0:1 Schinko (7.), 0:2 Wirt (11.), 1:2 Andres (13./PP), 2:2 Hammond (17.), 3:2 George (34./PP), 3:3 Ranta (39./PP), 4:3 Schwamberger (44.), 5:3 Monteith (48.), 6:3 Kania (60.); Zuschauer: 2273; Schiedsrichter: Falten/Gavrilas; Strafminuten: 12 / 10.

Nächstes Spiel: Löwen Frankfurt gegen Lausitzer Füchse am Sonntag (18.30 Uhr)