Nach dem 6:1-Heimsieg der Lausitzer Füchse gegen die Bayreuth Tigers hatte Trainer Petteri Väkiparta noch ein wichtiges Anliegen. Er verteilte ein Extralob an einen Spieler, der normalerweise nicht im Mittelpunkt steht: Verteidiger Jan Bednar. „Es ist ein großes Ding, dass er heute schon wieder gespielt hat. Mit seinem Comeback hat er unserer Defensive sehr geholfen“, lobt Väkiparta.

Verletzung im Training

Es ist ein großes Ding mit einer ziemlich schmerzhaften Vorgeschichte. Jan Bednar hatte sich Anfang Januar eine schwere Gesichtsverletzung zugezogen. Diese Verletzung machte ein Training unmöglich und beeinträchtigt den 26 Jahre alten Deutsch-Tschechen auch im Alltag immer noch massiv.
Passiert ist die Verletzung im Training. „Ausgerechnet bei der letzten Übung“, berichtet Jan Bednar. Der Verteidiger der Lausitzer Füchse prallte bei einem Zweikampf mit voller Wucht mit dem Gesicht gegen die Schulter eines Mitspielers. Dabei zog er sich einen lokalen Bruch des Oberkiefers über den Zähnen zu. Außerdem wurden drei Zähnen nach hinten geschlagen.
Das Bemerkenswerte: Nur zweieinhalb Wochen nach dieser Gesichtsverletzung stand Jan Bednar schon wieder auf dem Eis. Am Sonntag gegen Bayreuth gab der Verteidiger sein Comeback. Sein Kiefer ist zwar kaputt, aber das Kämpferherz umso größer. „Es war ungewohnt, weil ich jetzt mit einem Vollvisier spielen muss. Aber es ging besser als ich dachte. Vielleicht auch deshalb, weil ich so gut ausgeruht war“, schmunzelt Bednar.
Allerdings ist die Verletzung noch längst nicht ausgeheilt. Jan Bednar muss in den nächsten drei Monaten eine Spange tragen und darf seine Zähne im vorderen Bereich nicht belasten. „Vor allem das Essen ist schwierig. Ich muss derzeit alles kleinschneiden. Mein Mittagessen dauert immer 30 bis 40 Minuten. Das ist schon ein wenig anstrengend“, sagt der Füchse-Verteidiger.
Das Comeback von Jan Bednar gegen Bayreuth kam gerade zur rechten Zeit angesichts der anhaltenden Personalsorgen in der Weißwasseraner Defensive. Toni Ritter und Kristian Blumenschein musste am Freitag bei 6:5-Sieg nach Verlängerung in Heilbronn schon nach dem 1. Drittel erneut verletzt in der Kabine bleiben. Und auch der langzeitverletzte Steve Hanusch ist noch nicht wieder fit.
In jedem Fall gelang den Lausitzer Füchse am Sonntag gegen Schlusslicht Bayreuth ein wichtiger Heimsieg. In der Tabelle rückte Weißwasser auf Platz neun vor und liegt damit auf einem Pre-Playoff-Rang. Er würde den vorzeitigen Klassenerhalt in der DEL2 bedeuten.
Dabei war nach der Trainingspause von Jan Bednar gar nicht so richtig klar, wie lange der Verteidiger gegen Bayreuth überhaupt schon wieder auf dem Eis stehen kann. Aus den laut Trainer Petteri Väkiparta ursprünglich geplanten „zwei, drei Wechsel pro Drittel“ wurde am Ende ein gelungenes Comeback mit reichlich Eiszeit für Bednar.

Extralob für Jan Bednar

Kein Wunder, dass der Füchse-Coach nach der Partie ein Extralob an Jan Bednar verteilte. „Jan hat ein großes Kämpferherz gezeigt. Genau so stelle ich mir das vor. Jeder Eishockeyspieler sollte immer versuchen zu spielen“, betonte der Finne. „Im Eishockey gibt es nur verletzt oder nicht verletzt. Es gibt nur Rot oder Grün. Gelb gibt es nicht.“
Bei Jan Bednar stand die Ampel am Sonntag gegen Bayreuth auf Grün – trotz der Gesichtsverletzung.