Wird ausgerechnet der als Übergangslösung verpflichtete Torhüter der Lausitzer Füchse zum neuen Publikumsliebling in Weißwasser? Nach dem 4:1-Sieg gegen den EV Landshut kam Ville Kolppanen noch einmal auf das Eis zurück, kletterte unter dem Jubel der Anhänger in voller Montur auf das Tor – und reckte seinen Schläger immer wieder triumphierend in die Höhe.

Lob für Ville Kolppanen

Der 30 Jahre alte Finne war der Turm in der Schlacht bei diesem wichtigen Heimsieg. So wie Kolppanen auf das Tor stieg, kletterten auch die Lausitzer Füchse in der Tabelle wieder um einen Platz nach oben und verließen die Playdown-Ränge. Trainer Petteri Väkiparta bescheinigte seinem Landsmann anschließend „eine überragende Leistung“.
Aber wie lange spielt Ville Kolppanen überhaupt noch in Weißwasser? Er wurde schließlich verpflichtet, um die Verletzungszeit von Nikita Quapp zu überbrücken. Der mit einer Förderlizenz ausgestattete junge Keeper von den Eisbären Berlin war als Nummer eins der Lausitzer Füchse fest eingeplant und sollte in der DEL2 so viel Spielpraxis wie möglich sammeln. Im September zog sich Quapp dann jedoch einen Riss des Syndesmosebandes zu. Seitdem muss er pausieren.
Nicht nur wegen der grandiosen Leistung von Ville Kolppanen gegen Landshut sagt Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach: „Wir mussten nach der Verletzung von Nikita Quapp unbedingt handeln. Es hat sich gezeigt, dass es richtig war, eine Absicherung im Tor zu verpflichten.“
Aber wie lange bleibt Kolppanen in Weißwasser? Wie es jetzt weitergeht, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Nikita Quapp auf das Eis zurückkehren kann. Und es hängt außerdem davon ab, ob Quapp so schnell fit wird, dass er im Dezember doch noch mit zur U20-Weltmeisterschaft nach Kanada reisen kann. In diesem Zeitraum würde er den Lausitzer Füchsen dann ohnehin nicht zur Verfügung stehen.
„Ville Kolppanen hat einen Vertrag bis zum 31. Dezember. Wir müssen schauen, wie es mit Nikita Quapp weitergeht. Und wir müssen dann schauen, ob eine Vertragsverlängerung mit Kolppanen bis zum Saisonende nötig ist und wir sie finanzieren können“, betont Rohrbach.
Schon jetzt stellt Ville Kolppanen auch seinen Trainer immer wieder aufs Neue vor eine schwierige Entscheidung. Weil der Finne im Falle seines Einsatzes einer der vier Stellen für Importspieler einnimmt, muss ein anderer ausländischer Profi auf die Tribüne. Zuletzt traf es meistens Teemu Henritius (Finnland). „Es ist natürlich nicht einfach, einen ausländischen Spieler draußen zu lassen. Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen, was das Beste für die Mannschaft ist“, erklärt Väkiparta.

Lausitzer Füchse gegen Regensburg

Wenn die Lausitzer Füchse im ersten Spiel nach der einwöchigen Länderspielpause am Dienstag auf die Eisbären Regensburg treffen (19.30 Uhr), muss Trainer Väkiparta erneut diese schwierige Entscheidung treffen. Allerdings ist ein Ville Kolppanen in dieser Topform wohl unverzichtbar für die Mannschaft.