Den großen Emotionen vor der gigantischen Kulisse beim Hockey Open Air in Dresden folgte der ernüchternde Blick auf die Tabelle. Die Lage der Lausitzer Füchse ist durch die 3:5-Niederlage bei den Eislöwen Dresden noch bedrohlicher geworden. Weißwasser liegt weiterhin auf Tabellenplatz elf. Der Abstand auf die Pre-Playoff-Ränge beträgt jetzt bereits sechs Punkte. Den Füchsen droht also die Abstiegsrunde. „Derby, Eventgame, Ta­belle – es war in allen Belangen eine schwierige Niederlage“, erklärte Feodor Boiarchinov.

Diese Niederlage ist umso ­bitterer, weil sie vermeidbar war. Vor 32 009 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion waren die Gäste mindestens ebenbürtig und konnten sogar ein Chancenplus für sich verbuchen. Statt der so wichtigen drei Punkte stand am Ende aber die fünfte Niederlage in Folge zu Buche – so viele Pleiten am Stück hatten die Füchse in dieser Saison zuvor noch nicht verbucht.

„Es ist ärgerlich. Wir dürfen dieses Spiel niemals verlieren, denn wir hatten viele Chancen. Aber wir belohnen uns einfach nicht“, kritisierte ein enttäuschter Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach. „Es fehlt die letzte Konsequenz. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison.“

Gastgeber Dresden konnte sich auf eine solide Defensive, taktische Cleverness  und den  überragenden Dreifach-Torschützen Jordan Knackstedt beschränken. Das reichte, um die Lausitzer Füchse als Verlierer vom Eis zu schicken. Die Willensstärke eines „Mentalitäts-Monsters Jordan Knackstedt“ (Eislöwen-Trainer Rico Rossi) suchte man auch diesmal vergeblich in der Weißwasseraner Mannschaft.

„Die Situation ist nicht gut“, analysierte Trainer Corey Neilson. „Wir haben zwar gut gespielt und waren eigentlich die bessere Mannschaft, aber es hat wieder nicht gereicht, weil wir in den entscheidenden Situationen nicht die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Wir machen immer wieder katas­trophale Fehler und kassieren zu viele Strafen.“

Auf Nachfragen zum Dauer­regen und den vor allem im zweiten Drittel schwierigen Bedingungen reagierte Neilson dünnhäutig. Der Coach verließ wie der Rest des Teams das Eishockey-Fest mit bescheidener Stimmungslage. Auch das Debüt von Neuzugang Brad Ross als Flügelstürmer brachte nicht die erhoffte Wende. „Ich bin es leid, zu verlieren und immer wieder nach Antworten zu suchen“, räumte Neilson ein und ergänzte nüchtern: „Wir müssen den Blick jetzt nach vorn richten auf die nächsten Spiele. Jeder einzelne Spieler und das gesamte Team müssen sich weiterentwickeln. Das geht nur über harte Arbeit.“

Durchhalteparolen allein werden jedenfalls nicht ausreichen, um die sechs Punkte Rückstand bis zu den Pre-Playoff-Plätzen aufzuholen.

Freiluftspiel Eislöwen Dresden - Lausitzer Füchse

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