Die Eishockey-Saison in der DEL2 ist wegen der Corona-Krise zwar schon seit mehreren Wochen beendet. Eine weg­weisende Entscheidung steht bei den Lausitzer Füchsen aus Weißwasser aber noch aus: Gibt es nun das überlebenswichtige Kurz­arbeitergeld für die Clubs der zweithöchsten deutschen Spielklasse oder nicht?

Auch Dirk Rohrbach als Geschäftsführer der Füchse wartet mit großes Spannung auf diese Entscheidung. „Wir brauchen ­dieses Geld, um konkurrenzfähig zu bleiben“, erklärt Rohrbach.

Durch den Abbruch der Saison und der deshalb fehlenden Einnahmen ist laut Rohrbach eine finanzielle Lücke im sechsstelligen Bereich entstanden. Durch das Kurzarbeitergeld könnte diese Lücke zumindest zum Teil geschlossen werden. Genau wie die Lausitzer Füchse haben auch die anderen Clubs das Kurzarbeitergeld bereits vor zwei Wochen beantragt. Eine schriftliche Antwort durch die Bundesagentur für Arbeit steht jedoch aus.

Gegenüber der Fachzeitschrift Eishockey-News unterstreicht Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach nachdrücklich die Bedeutung des Kurzarbeitergeldes: „Wir haben noch keine Entscheidung zu unserem Antrag. Aber wenn das Kurzarbeitergeld nicht kommt, dann ist der Club nicht zu halten. Dieses Geld benötigen wir zum Überleben.“

Spieler verlassen Weißwasser

Das Problem: Innehralb der DEL2 haben die Clubs von den örtlich zuständigen Behörden ganz unterschiedliche Reaktionen auf den Antrag auf Kurzarbeitergeld erhalten. Die Reaktionen ­reichen von Zustimmung bis Ablehnung – oder eben noch gar ­keine Reaktion.

Die meisten Spieler der Lausitzer Füchse haben Weißwasser inzwischen verlassen und sind in ihre Heimat zurückgekehrt. Als einer der letzten Profis flog ­Stürmer Mike Hammond am ­Donnerstag nach Kanada zu seiner Familie. Wegen der Corona-Krise wurde die Saison in der DEL und der DEL2 bereits am 10. März abgebrochen. Für die Füchse bedeutete dieser Abbruch immerhin den Klassenerhalt. ­Eigentlich hätte Weißwasser in den Playdowns gegen den EV Landshut spielen sollen.

Ob die neue Saison wie geplant gespielt werden kann, ist derzeit noch völlig offen. Mit Torhüter Mac Carruth, den Verteidigern Philip Kuschel und Ondrej Pozivil sowie den Stürmern Tomas Andres und Feodor Boiarchinov haben die Füchse derzeit fünf Spieler im Kader für 2020/21. Das Trainergespann bilden weiterhin Corey Neilson, Chris Straube und Antti Märiläinen (Torwartcoach).

Ansonsten gibt es logischerweise noch viele Fragezeichen in der Planung – nicht nur wegen des Kurzarbeitergeldes. Geschäftsführer Dirk Rohrbach treibt vor allem die Frage nach der Konkurrenzfähigkeit der Mannschaft um. „Es ist derzeit schwer abzuschätzen, was die Zukunft bringt. Wenn uns beispielsweise 20 Prozent der aktuellen Sponsoring-Einnahmen wegbrechen, dann werden wir das aktuelle Leistungsniveau innerhalb des Kaders nicht halten können“, erklärt Rohrbach auf Nachfrage der Lausitzer Rundschau.

20 Prozent weniger Sponsoring-Einnahmen

20 Prozent weniger Sponsoring-Einnahmen – das dürfte in der ohnehin schon geplagten Lausitz gerade jetzt in Corona-Zeiten eine eher konservative Schätzung darstellen. Etwa 200 Unternehmen gehören zum Sponsorenpool der Lausitzer Füchse. Auch sie machen gerade eine schwere Zeit durch. Etwa 800 000 bis 900 000 Euro betrug in der abgelaufenen Saison der Spieleretat. Das Gesamtbudget liegt bei rund drei Millionen Euro.

Genau wie viele Sponsoren im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Füchse auch weiterhin unterstützen wollen, tragen auch die Fans ihren Teil zum Fortbestand des Eishockeys in Weißwasser bei. Für die beiden fiktiven Heim­spiele im Rahmen der Aktion „Zweimal vollmachen bitte“ sind mehr als 1000 Tickets verkauft.

Zudem verzichteten insgesamt 650 Fans auf die Rückgabe ihrer Tickets für die Landshut-Spiele. Zuzüglich der Sponsoren- und Dauerkarten rechnet Rohrbach mit etwa 3500 bis 4000 Karten zur Unterstützung der Füchse. Klar ist schon jetzt: Diese Unterstützung wird dringend gebraucht.