Für die Lausitzer Füchse fiel die Bescherung am zweiten Weihnachtsfeiertag aus. Denn sie verzweifelten immer wieder an einem erst 17 Jahre alten Torhüter. An Youngster Keanu Salmik bissen sich die Gastgeber ausgerechnet im Weihnachtsspiel gegen den EHC Freiburg die Zähne aus und kassierten am Montagabend eine 0:4-Heimniederlage. Auch das dritte Duell zwischen beiden Teams in dieser DEL2-Saison ging damit an Freiburg.
„Wir waren nicht von Anfang da und hatten auch das Scheibenglück nicht auf unserer Seite. Wir dachten, wir können locker aufspielen. Das waren einfach zu viele Scheibenverluste“, bilanzierte ein sichtlich enttäuschter Füchse-Coach Petteri Väkiparta.

Lausitzer Füchse wieder mit Ville Kolppanen

Vor allem die Defensive der Lausitzer Füchse war auch gegen den EHC Freiburg stark ausgedünnt. U20-Nationalspieler Julian Wäser sowie die verletzten Kristian Blumenschein, Toni Ritter und Steve Hanusch mussten am zweiten Weihnachtsfeiertag weiterhin passen. Immerhin kehrte mit Sebastian Zauner ein Leistungsträger auf das Eis zurück. Dank Youngster Marlon Braun (18) von den Eisbären Juniors Berlin hatte Weißwasser zumindest fünf Abwehrspieler zur Verfügung.
Im Tor stand Ville Kolppanen nach überstandener Verletzung wieder zur Verfügung. U23-Keeper Marian Kapicak musste nach seinem sehr ordentlichen Profi-Debüt am Freitagabend bei den Krefeld Pinguinen (1:2 nach Verlängerung) auf der Bank Platz nehmen.

Weite Reise für Robert Hoffmann und Freiburg

Die Gäste aus dem Breisgau um den Ex-Weißwasseraner Robert Hoffmann als Trainer mussten ausgerechnet am zweiten Weihnachtsfeiertag die längste Auswärtsreise der Saison absolvieren. Um 3 Uhr begann für Hoffmann und sein Team die weite Dienstreise in die Lausitz. Von einer Müdigkeit war bei Freiburg dennoch nichts zu sehen. Die 2756 Zuschauer in der Eisarena in Weißwasser sahen am Montagabend von der 1. Minute an eine ausgeglichene Partie, in der Freiburg die Aufbauaktionen der Gastgeber immer wieder frühzeitig störte und deshalb nur wenige Abschlüsse zuließ.
Die beste Chance der Lausitzer Füchse hatte zunächst Maximilian Adam. Der Verteidiger traf mit seinem Schlagschuss in Überzahl den Pfosten. Viele Fans sahen den Puck schon im Tor. Die Schiedsrichter bemühten den Videobeweis. Und der ergab ein klares Ergebnis: Der Puck prallte zwar an den Innenpfosten, von dort aber entlang der Torlinie wieder aus der Gefahrenzone – also kein Tor für Weißwasser.
Freiburg machte es im 2. Drittel dann besser in Überzahl. Topscorer Tor Immo schoss die Gäste in der 22. Minute in Führung. Shawn O'Donnell erhöhte auf 2:0 (30.). Die Füchse wackelten jetzt in der Defensive und ließen in dieser Phase vor dem eigenen Tor zu viel zu. Und vorn: Kurz vor der zweiten Sirene gab es erneut den Videobeweis – aber erneut kein Treffer für Weißwasser.
„Wir dürfen trotz des Rückstandes nicht aufgeben. Wir müssen weiter hart arbeiten und mehr laufen als der Gegner“, erklärte Füchse-Stürmer Ilja Fleischmann beim Pausen-Interview am Mikrofon von Sprade-TV.
Nach dem 3:0 wiederum durch Shawn O'Donnell (46.) war die Partie jedoch entschieden. Bei Freiburg überragte der 17-jährige Keanu Slamik im Tor. Der Ersatzmann der beiden grippekranken Keeper lieferte zum Leidwesen der Lausitzer Füchse eine starke Leistung ab.
Entsprechend glücklich war Gäste-Coach Robert Hoffmann über den ersten Sieg nach zuvor fünf Niederlagen in Serie: „Wir hatten zuletzt eine schwierige Phase. Meine Jungs haben heute alles getan für den Erfolg getan. Vor allem haben sie unserem jungen Torhüter geholfen. Großes Kompliment an ihn – vor so einer Kulisse in Weißwasser musst du erstmal cool bleiben.“

Lausitzer Füchse punkten in Krefeld

Trotz der großen Personalsorgen hatten sich die Lausitzer Füchse einen Tag vor Heiligabend immerhin einen Punkt bei DEL-Absteiger Krefeld Pinguine erkämpft. Weißwasser musste sich am Freitagabend zwar mit 1:2 nach Verlängerung geschlagen, trotzdem war Füchse-Trainer Petteri Väkiparta mit dem Auswärtsauftritt seiner dezimierten Mannschaft sehr zufrieden. „Wir haben Vertrauen in die Spieler, die wir zur Verfügung haben. Wir haben uns die gesamte Saison so vorbereitet, dass wir auch Ausfälle kompensieren können. Und ich muss sagen, dass ich sehr stolz auf die Mannschaft bin. Mit großem Kampfgeist haben wir uns den einen Punkt wirklich verdient“, erklärte Väkiparta nach der Partie in Krefeld.
Torhüter Marian Kapicak absolvierte am Freitag bei den Krefeld Pinguinen sein erstes DEL2-Spiel über die komplette Spielzeit.
Torhüter Marian Kapicak absolvierte am Freitag bei den Krefeld Pinguinen sein erstes DEL2-Spiel über die komplette Spielzeit.
© Foto: Peter Hartenfelser via www.imago-images.de
Torhüter Marian Kapicak (22) absolvierte dabei sein erstes komplettes Spiel bei den Profis. „Anfangs war ich schon etwas nervös“, räumte der junge Keeper ein. Er hatte zuvor gerade einmal 1:56 Minuten an DEL2-Erfahrung aufzuweisen. Kapicak: „Aber die Jungs haben mir sehr gut geholfen und ich habe dann zu meinem Spiel gefunden. Schön, dass wir wenigstens einen Punkt mitnehmen konnten.“
Für die Lausitzer Füchse stehen in dieser Woche bis zum Jahreswechsel noch zwei Partien auf dem Programm. Am Mittwoch gastiert Weißwasser beim EV Landshut, am Freitag gastiert der EC Bad Nauheim zum letzten Spiel des Jahres im Fuchsbau (Beginn jeweils um 19.30 Uhr).
Freitag: Krefeld Pinguine – Lausitzer Füchse 2:1 n.V. (1:0, 0:0, 0:1/1:0)
Tore: 1:0 Magwood (4.), 1:1 Baßler (42.), 2:1 Niederberger (61.); Schiedsrichter: Brill/Naust; Zuschauer: 4213; Strafminuten: 6/6.
Montag: Lausitzer Füchse – EHC Freiburg 0:4 (0:0, 0:2, 0:2)
Tore: 0:1 Immo (22.), 0:2 O'Donnell (30.), 0:3 O'Donnell (46.), 0:4 Prapavessis (60.); Schiedsrichter: Becker/Naust; Zuschauer: 2756; Strafminuten: 6/8.
Das nächste Spiel: EV Landshut – Lausitzer Füchse am Mittwoch um 19.30 Uhr.