Zwei Spiele, zwei Niederlagen und außerdem noch Ärger mit dem Verband: Für die Lausitzer Füchse war es ein Eishockey-Wochenende zum Vergessen. Weißwasser steckt weiter im Tabellenkeller der DEL2 fest und kassiert insgesamt acht Gegentore.
Nach der 1:4-Heimpleite am Freitag gegen die Wölfe Selb gab es zwei Tage später eine 0:4-Niederlage im Sachsenderby bei den Eislöwen Dresden. In der Tabelle rutschen die Lausitzer Füchse auf Platz 12 und damit einen Playdown-Rang ab. Zudem droht ihnen ein Ermittlungsverfahren nach den Vorkommnissen beim Heimspiel gegen Selb.
Die 4412 Zuschauer in der ausverkauften Eisarena in Dresden sahen am Sonntagabend ein hitziges Derby mit einem verdienten Sieg für die Gastgeber. Das Derby lebte lange Zeit von der Spannung und vom Kampf um jeden Zentimeter auf dem Eis. In spielerischer Hinsicht hatten beide Teams dagegen Luft nach oben. Weißwasser konnte nur im 2. Drittel einigermaßen überzeugen.
„Es war ein verdienter Sieg für Dresden. Unser Thema in diesem Spiel war es, den Tank leerzumachen. Das haben wir gemacht“, bilanzierte Füchse-Coach Petteri Väkiparta: „Im 1. Drittel hatten wir viele Chancen gegen uns. Danach waren Möglichkeiten da, um das Momentum auf unsere Seite zu ziehen. Leider ist unserer Kader derzeit dezimiert. Wir haben alles reingeworfen, was möglich war.“
Bei den Lausitzer Füchsen lastete erneut sehr viel Verantwortung auf den Schultern der 1. Angriffsreihe um Topscorer Hunter Garlent. Das Trio Garlent, Roope Mäkitalo und Kapitän Clarke Breitkreuz musste auch diesmal wieder jede Menge Eiszeit absolvieren.

Lausitzer Füchse mit Nikita Quapp

Die Lausitzer Füchsen wussten zwar um die gewohnt furiose Startphase der Gastgeber – verhindern konnten sie die frühe Führung aber nicht. Johan Porsberger traf in der 9. Minute für die Eislöwen Dresden, die im 1. Drittel klar den Ton angaben. Weißwasser kam nur sporadisch vor das gegnerische Tor. Die Hauptarbeit für die Mannschaft von Trainer Petteri Väkiparta spielte sich in der Defensive ab. Im Tor stand diesmal Nikita Quapp. Für den Förderlizenz-Keeper von den Eisbären Berlin war es der erste Einsatz nach der U20-Weltmeisterschaft in Kanada. Vor allem in der Abwehr herrschte wieder akute Personalnot. Mit Tim Detig musste ein Stürmer in der Defensive aushelfen.
Im 2. Drittel wurde das Derby dann hitziger. Es flogen jetzt die Fäuste – weitere Tore sahen die Fans zunächst jedoch nicht. Dennoch waren die Gäste jetzt besser im Spiel. Allerdings konnten sie auch eine mehrminütige Überzahl nicht nutzen. Die beste Chance zum Ausgleich hatte Eric Valentin in der 34. Minute.
Im letzten Drittel schossen Vladislav Filin (47.) und David Rundqvist (52.) die Eislöwen Dresden verdient auf die Siegerstraße. Tom Knobloch sorgte für den 4:0-Endstand (57.). Die Füchse blieben dagegen auch weiterhin glücklos im Abschluss.
Das Fazit von Eislöwen-Coach Andreas Brockmann: „Es war eine tolle Stimmung in der Halle. Wir haben kontrolliert, aber auch druckvoll gespielt. Manchmal war es vielleicht etwas zu kompliziert. Insgesamt hat die Mannschaft jedoch einen sehr guten Job gemacht und relativ wenig zugelassen.“

Ärger beim Heimspiel gegen Selb

Am Freitagabend hatten die Lausitzer Füchse nicht nur eine 1:4-Heimniederlage gegen die Wölfe Selb kassiert. Ärger gab es auch abseits der Eisfläche. Die Gäste-Fans wurden nach der Partie auf dem Weg zu ihrem Bus von rund 15 vermummten Personen angegriffen. „Die Lausitzer Füchse verurteilen solch eine Handlungsweise auf das Schärfste und distanzieren sich von solchen angeblichen Fans“, schreibt der Verein auf seiner Internetseite. Bereits während des Spiels war es zu einer Auseinandersetzung zwischen Zuschauern gekommen. Der Verursacher wurde aus der Halle verwiesen und mit einem Stadionverbot belegt.
Außerdem wurde von den Schiedsrichtern ein Zusatzbericht verfasst. Grund: Beim Verlassen des Eises sei den Schiedsrichtern die geöffnete Tür der Einfahrt für die Eismaschine mit Wucht entgegengedrückt worden. Die Lausitzer Füchse erwartet nun ein Ermittlungsverfahren durch die DEL2. Die Füchse müssen bis Montag (9. Januar) eine Stellungnahme abgeben.
Eislöwen Dresden – Lausitzer Füchse 4:0 (1:0, 0:0, 3:0)
Tore: 1:0 Porsberger (9.), 2:0 Filin (47.), 3:0 Rundqvist (52.), 4:0 Knobloch (57.); Schiedsrichter: Bauer/Lajoie; Zuschauer: 4412 (ausverkauft); Strafminuten: 8/12.
Das nächste Spiel: Lausitzer Füchse – Eisbären Regensburg am Freitag um 19.30 Uhr.