Der Kader der Lausitzer Füchse wird immer kleiner – aber das Herz war zumindest am Montagabend riesengroß. Die personell stark dezimierten Gastgeber kassierten am Montagabend eine 3:4-Heimniederlage nach Penaltyschießen gegen die Kassel Huskies. Sie bewiesen jedoch viel Herz und mussten sich erst nach einem irren Penaltyschießen geschlagen geben.
„Was für eine Show“, erklärte Trainer Petteri Väkiparta. „Meine Mannschaft hat sich sehr gut verkauft. Wir waren nicht nur im Defensivmodus, sondern haben uns auch viele Torchancen kreiert – großes Kompliment.“
In der Tabelle der DEL2 liegt Weißwasser weiter auf dem vorletzten Platz und hat jetzt nur noch theoretische Chancen auf das Erreichen der Pre-Playoffs. Vor 909 Zuschauern mussten die Gastgeber die fünfte Niederlage in Folge hinnehmen.

Drei Heimspiele für Lausitzer Füchse

Für die Lausitzer Füchse sind die Spiele in dieser Woche definitiv die letzte Chance, um vielleicht doch noch die Wende im Kampf um die Pre-Playoffs und damit den direkten Klassenerhalt zu schaffen – oder sich zumindest eine gute Ausgangsposition für die Playdowns zu sichern. Denn von Montag bis Sonntag stehen insgesamt gleich drei Heimspiele sowie eine Auswärtspartie auf dem Programm. Weiter geht es am Mittwoch mit dem Heimspiel gegen das abgeschlagene Schlusslicht Selber Wölfe (19.30 Uhr). Für Weißwasser muss dann in jedem Fall ein Sieg her – nicht zuletzt auch mit Blick auf die möglichen Kräfteverhältnisse in der Abstiegsrunde. Dort könnte es dann erneut gegen Selb gehen.

Trainer Petteri Väkiparta ist zurück

Bei den Lausitzer Füchsen ist der Kader aufgrund von Corona und Verletzungen inzwischen noch ein Stück kleiner geworden. Cheftrainer Petteri Väkiparta war zwar bereits am Samstag bei der 0:3-Niederlage bei den Bayreuth Tigers hinter die Bande zurückgekehrt. Aber gegen die Kassel Huskies standen nur noch zwei Torhüter und zwölf Feldspieler auf dem Spielberichtsbogen. Auch Bennet Roßmy (Verletzung) und Paul Reiner (Corona) mussten am Montagabend pausieren.
Doch auch für die Kassel Huskies läuft es derzeit nicht rund. In den zurückliegenden sechs Spielen gelang ihnen nur ein einziger Sieg. Am Samstag kassierten die Nordhessen mit dem 1:7 beim ESV Kaufbeuren die höchste Saisonniederlage und sorgten anschließend für einen Eklat: Das Team verweigerte dem Gegner die obligatorische Verabschiedung auf dem Eis per Handschlag.
Dennoch waren die Gäste natürlich klarer Favorit gegen die zweieinhalb Reihen der Lausitzer Füchse. Für Weißwasser war es von der ersten Minute an die erwartete Abwehrschlacht. Die Frage, die über diesem Spiel stand: Wie lange können die Lausitzer Füchse dem Druck standhalten? Im torlosen 1. Drittel klappte das ziemlich gut. Zumal sich auch die Gastgeber die eine oder andere Torchance erspielen konnten.
Viel Einsatzzeit: Topscorer Peter Quenneville (l.) musste erneut ein enormes Pensum bei den Lausitzer Füchsen abspulen.
Viel Einsatzzeit: Topscorer Peter Quenneville (l.) musste erneut ein enormes Pensum bei den Lausitzer Füchsen abspulen.
© Foto: Thomas Heide

Eric Valentin trifft für Weißwasser

Beim Pfostenschuss von Roope Mäkitalo (22.) standen sie kurz vor der Führung. Auf der anderen Seite traf dann jedoch Joel Keussen zum 1:0 für Kassel (34.). Doch die Lausitzer Füchse antworteten mit noch mehr Kampfgeist. Beispielhaft war der 1:1-Ausgleich durch Eric Valentin in der 38. Minute. Den ersten Schuss von Valentin konnte Torhüter Gerald Kuhn noch parieren, doch der Füchse-Stürmer ging hinterher und versenkte den Nachschuss im Kasten. Kurz vor der zweiten Sirene schoss Peter Quenneville dann Weißwasser sogar mit 2:1 in Führung (40.).
„Wir haben zwar vier Spieler weniger als Kassel, aber das soll keine Ausrede sein. Wir zeigen heute, wieviel Charakter in der Mannschaft steckt. Wir haben wenig im Tank – aber jeder haut alles raus“, sagte Torschütze Eric Valentin im Pausen-Interview bei Sprade-TV.
Im letzten Drittel holten sich die Kassel Huskies jedoch mit einem Doppelschlag durch Mitch Wahl (46.) und Brett Cameron (47.) die Führung zurück. Vier Minuten traf Marius Stöber zum umjubelten 3:3-Ausgleich (56.). In dieser Phase mussten die dezimierten Gastgeber endgültig ihre letzten Kraftreserven rausholen. Aber sie schafften es bis ins Penaltyschießen.
Und hier erlebten die Zuschauer dann einen irren Krimi. Die Entscheidung fiel erst nach sage und schreibe 24 Schützen. Jamie MacQueen bescherte Kassel letztlich den Zusatzpunkt. Für die Lausitzer Füchse gab es dennoch viel Beifall von den Rängen.
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Cottbus

Lausitzer Füchse – Kassel Huskies 3:4 n.P (0:0, 2:1, 1:2/0:1)
Tore: 0:1 Keussen (34.), 1:1 Valentin (38.), 2:1 Quenneville (40.), 2:2 Wahl (46.), 2:3 Cameron (47.), 3:3 Stöber (56.), 3:4 MacQueen (65.); Schiedsrichter: Steingroß/Steinecke; Zuschauer: 909; Strafminuten: 6/8.
Das nächste Spiel: Lausitzer Füchse – Selber Wölfe (Mittwoch, 19.30 Uhr).