Den 90. Geburtstag kann man in aller Stille feiern – oder so wie die Lausitzer Füchse. Das Jubiläum des Eissports in Weißwasser wurde spätestens am Sonntagabend nach dem 5:1-Heimsieg gegen die Heilbronner Falken in der DEL2 zur großen Jubelparty.
Die Spieler ließen sich von den Fans feiern und drehten mehrere Ehrenrunden. Die Anhänger hatten schon vor dem ersten Bully mit einer blau-gelben Choreografie im XXL-Format für Gänsehaut-Stimmung gesorgt. Trainer Petteri Väkiparta erinnerte derweil beinahe ehrfurchtsvoll an die jahrzehntelange Tradition des Clubs. Und Geschäftsführer Dirk Rohrbach legte zur Freude der Anhänger einen ganz besonderen Freudentanz auf das Eis: den Udo-Lindenberg-Tanz.

Dirk Rohrbach macht den Udo

Der legere Lindenberg-typische Gang, die rudernden Handbewegungen – Rohrbach hat beides drauf. Es gibt sogar Stimmen, die der Auffassung sind, der Geschäftsführer der Lausitzer Füchse sei auch stimmlich einer der besten Udo-Lindenberg-Imitatoren in Weißwasser.
„Ja, ich bin schon seit den 80-er Jahren großer Udo-Fan“, schmunzelt Dirk Rohrbach. Allein in diesem Jahr hat er zwei Konzerte seines Idols mit dem Hut und der dunklen Sonnenbrille besucht. „Natürlich standesgemäß im Udo-Lindenberg-Look. Und selbstverständlich wird dann auf dem Konzert auch so locker-leger rumgehampelt“, versichert Rohrbach.
Dabei war der Füchse-Geschäftsführer am Sonntag nach dem Spiel gegen Heilbronn im VIP-Raum eigentlich schon wieder in Gespräche vertieft, als ihn die Fans auf das Eis riefen. „Rohre, mach den Udo“, schallte es durch die Arena. Aber woher stammt eigentlich dieses Ritual? „Zum ersten Mal habe ich das als Trainer nach einem Auswärtsspiel in Bietigheim gemacht. Aber das ist schon viele Jahre her“, verrät Rohrbach.
Normalerweise arbeitet Dirk Rohrbach als Geschäftsführer eher im Hintergrund. Auf das Eis direkt vor die Fankurve zieht es den ehemaligen Profi nur noch selten. Der Sonntag und das Jubiläumsspiel gegen Heilbronn war einer dieser besonderen Tage. Dabei ist Rohrbach mit dem Eissport in Weißwasser so eng verbunden wie kein anderer in der Führungsetage der Lausitzer Füchse. Sein Opa gehörte vor 90 Jahren zu den Gründungsmitgliedern des Eissports auf dem Braunsteich. Die Lausitzer Füchse seien „ein Lebenswerk“, hat Rohrbach kürzlich im Rundschau-Interview betont. Der 50-Jährige war Spieler, Trainer und ist nun Geschäftsführer bei seinem Heimat- und Herzensverein.
„Von den Fans so gefeiert zu werden, ist schon ein cooles Gefühl“, betont Dirk Rohrbach nach seiner Udo-Lindenberg-Einlage auf dem Eis. „Ich sehe es als Anerkennung für die harte Arbeit, die tagtäglich von uns allen nötig ist, um der Eishockey-Tradition in Weißwasser gerecht zu werden. Es macht mich stolz und ermutigt natürlich auch, auf diesem Weg weiterzumachen. Es ist mir wichtig, dass mit wir den Fans auf Augenhöhe kommunizieren.“
Bereits am Donnerstagabend (15. Dezember) hatte es die große Gala mit geladenen Gästen in der Eisarena gegeben. Auch Füchse-Trainer Petteri Väkiparta hörte sich im VIP-Raum die vielen persönlichen Rückblicke sowie die Ausblicke in die Zukunft des Eissports in Weißwasser an. Nach dem Heimsieg gegen Heilbronn erklärte der Finne: „Egal, ob jung oder alt – ich habe bei der Festveranstaltung gespürt, wie wichtig das Eishockey für die Menschen in Weißwasser und in der Region ist. Es ist schön, so viel Unterstützung zu bekommen und hier dabei sein zu dürfen. Wir als Mannschaft versuchen, so gut wie möglich zu liefern.“

Sieg für Lausitzer Füchse

Das 5:1 gegen Heilbronn war für die Lausitzer Füchse der erste Sieg nach zuvor zwei Niederlagen. In die ausgelassene Stimmung anlässlich der Feierlichkeiten mischte sich deshalb auch Erleichterung bei Väkiparta und den Spielern. Immerhin gelang Weißwasser der Sprung auf Platz acht in der DEL2-Tabelle. Fans, Mannschaft, Trainer und der tanzende Geschäftsführer – sie alle haben im großen Jubiläumsspiel zu einhundert Prozent für Eishockey-Weißwasser geliefert.
Nach der Party ruft jetzt allerdings wieder die Pflicht. Am Freitag gastieren die Lausitzer Füchse bei DEL-Absteiger Krefeld Pinguine (Beginn um 19.30 Uhr).