Lange Gesichter in Weißwasser: Die Lausitzer Füchse verloren am Freitagabend das dramatische Sachsenderby in der DEL2 gegen die Eispiraten Crimmitschau mit 2:3 und gaben dabei eine Zwei-Tore-Führung noch aus der Hand. Die Gäste aus Westsachsen rücken auf Tabellenplatz zwei vor, Weißwasser rutscht nach der zweiten Saisonniederlage ins Mittelfeld ab.
Die 2000 Zuschauer in der ausverkauften Weißwasseraner Eishalle sahen ein rassiges Volle-Pulle-Derby mit vielen Emotionen, Tempo und reichlich Spannung. Peter Quenneville brachte die Lausitzer Füchse im 2. Drittel mit seinen Saisontreffern Nummer sechs und sieben zunächst in Führung (22., 25. Minute). Danach waren Thore Weyrauch (1:2/35.), Filip Reisnecker (2:2/46.) und Scott Feser (2:3/50.) für Crimmitschau erfolgreich und drehten mit ihren Treffern die Partie.

Weißwasser und Crimmitschau mit gutem Start

Beide Teams gingen mit dem Rückenwind eines erfolgreichen Saisonstarts in der DEL2 in dieses Derby. Die Lausitzer Füchse verbuchten zuletzt das erste Sechs-Punkte-Wochenende in dieser Saison. Die Eispiraten Crimmitschau haben sogar alle vier bisherigen Partien gewonnen.
Positiv für Weißwasser: Hunter Garlent konnte trotz der am vergangenen Wochenende in Selb erlittenen Kopfverletzung mitwirken. Der Kanadier hatte mehrere Platzwunden davongetragen. Dagegen fällt Toni Ritter wegen einer Handverletzung voraussichtlich drei bis vier Wochen aus. Moritz Raab spielt vorerst auf Leihbasis für den Oberligisten ECDC Memmingen.
Am Freitagabend gegen Crimmitschau gab es mit Torhüter Tobias Ancicka und Bennet Roßmy zusätzliche Verstärkung vom Kooperationspartner Eisbären Berlin. Bei den Gästen aus Westsachsen fehlten mit Kelly Summers und Patrick Pohl zwei Leistungsträger aufgrund von langwierigen Verletzungen.

Hunter Garlent spielt mit Vollvisier

Hunter Garlent spielte nach seiner jüngsten Kopfverletzung mit einem Vollvisier. Trotzdem hatte er den richtigen Durchblick und kurbelte wie gewohnt das Angriffsspiel der Füchse an. Das kanadische Duo Garlent/Peter Quenneville produzierte auch die ersten Torchancen für Weißwasser. Danach nahmen sich die Gastgeber eine kleine Auszeit in der Offensive. Crimmitschau kam nun ebenfalls zu guten Chancen.
Zu Beginn des 2. Drittels schlug dann die Topreihe der Füchse gleich zwei Mal zu. Der doppelte Torschütze Peter Quenneville produzierte gemeinsam mit Clarke Breitkreuz und eben Hunter Garlent die Treffer zur 2:0-Führung (22., 25.). Quenneville hat jetzt bereits sieben Saisontreffer auf seinem Konto. Er ist damit bester Torschütze der DEL2 und auch Topscorer. Der Anschlusstreffer durch Thore Weyrauch (35.) war ein Dämpfer inmitten des Weißwasseraner Offensiv-Feuerwerks. Weyrauch stocherte einen abprallenden Puck über die Linie.
Im 3. Drittel kippte die Partie dann zugunsten der Gäste. Erst erzielte Filip Reisnecker den 2:2-Ausgleich (46.), dann traf Scott Feser ebenfalls in Überzahl zur 3:2-Führung (50.). Jetzt kochten die Emotionen endgültig hoch, weil die Gastgeber immer wieder auf die Strafbank mussten. Weitere Treffer gelangen ihnen nicht mehr.

Die Stimmen der Trainer

Marian Bazany (Trainer Eispiraten Crimmitschau): „Was für ein Spiel! Im 1. Drittel haben wir nicht gut angefangen, aber die erste Druckphase überstanden. Im 2. Drittel ist Weißwasser verdient in Führung gegangen. Aber wir haben nicht aufgegeben. Im letzten Drittel konnten unsere Überzahlsituationen nutzen. Wir sind sehr froh, dass wir hier den Sieg einfahren konnten.“
Chris Straube (Trainer der Lausitzer Füchse): „Es war ein spannendes Sachsenderby. Die Zuschauer haben ein gutes Spiel gesehen. Entscheidend waren heute die Specials Teams. Wir haben zu viele Strafzeiten bekommen und auch individuelle Fehler gemacht.“
Lausitzer Füchse – Eispiraten Crimmitschau 2:3 (0:0, 2:1, 0:2)
Tore: 1:0 Quenneville (22.), 2:0 Quenneville (25.), 2:1 Weyrauch (35.), 2:2 Reisnecker (46.), 2:3 Feser (50.); Schiedsrichter: Jansen/Naust; Zuschauer: 2000 (ausverkauft unter Corona-Bedingungen); Strafminuten: 10/4.
Peter Quenneville (Lausitzer Füchse/r.) zeigte auch gegen Crimmitschauer seine Scorer-Qualitäten.
Peter Quenneville (Lausitzer Füchse/r.) zeigte auch gegen Crimmitschauer seine Scorer-Qualitäten.
© Foto: Thomas Heide