Der Jubel der Lausitzer Füchse und auch der 711 Fans auf den Rängen fiel verhalten aus. Und auch Ehrenrunde absolvierte das Team kurz und bündig. Denn der Weißwasseraner 5:1-Heimerfolg gegen das stark dezimierte DEL2-Schlusslicht Wölfe Selb war ein Pflichtsieg – die drei Punkte also fest eingeplant. Dabei mussten sich die Gastgeber zunächst deutlich mehr quälen, als man das angesichts der personellen Überlegenheit erwarten durfte. Erst als bei den Gästen die Kräfte schwanden, schraubte Weißwasser das Ergebnis in die Höhe.
„Respekt für die Wölfe und ihren kleinen Kader. Aber auch für uns war es nicht einfach, denn diese Situation ist nicht normal. Im 1. Drittel waren wir etwas zu langsam mit der Scheibe. Aber dem 2. Drittel haben wir es besser gemacht“, bilanzierte Füchse-Trainer Petteri Väkiparta.
Die Lausitzer Füchse bleiben dennoch Vorletzter in der Tabelle der DEL2. Der Kampf um die Pre-Playoffs bleibt ein schweres Unterfangen für die Mannschaft von Trainer Petteri Väkiparta. Bereits am Samstag geht es für Weißwasser mit dem Auswärtsspiel bei den Tölzer Löwen (18.30 Uhr) weiter.

Wölfe Selb mit Mini-Kader

Für die Lausitzer Füchse war es das Duell gegen einen aufgrund der akuten Personalnot bedauernswerten Gast aus Selb. Das Team aus Oberfranken erfüllte mit zwei Torhütern und zehn Feldspielern am Donnerstagabend in Weißwasser gerade so die Mindestgrenze von 9+1. Allerdings waren das immer noch zwei Spieler mehr als am Dienstag bei der 0:8-Niederlage in Crimmitschau.
In den letzten drei Partien kassierte die Mannschaft von Trainer Herbert Hohenberger insgesamt 23 Gegentreffer – ohne dabei ein eigenes Tor zu erzielen. Den letzten Sieg feierten die Wölfe Selb am 28. Dezember mit dem 4:0 in Bayreuth. Dazu kommt der brutale Spielplan in der DEL2 im Februar. Derzeit müssen die Clubs nahezu alle zwei Tage auf das Eis. Trotz Corona sollen alle 52 Hauptrunden-Spiele bis Anfang März absolviert werden.

Lausitzer Füchse ohne Kapitän Breitkreuz

Die Lausitzer Füchse konnten dagegen mit vier kompletten Sturmreihen ins Spiel gehen. Allerdings fällt Kapitän Clarke Breitkreuz in den nächsten Wochen aus. Er laboriert an einer Unterkörperverletzung. Dazu kommt die Zwangspause für Jens Baxmann. Der siebenfache Meister mit den Eisbären Berlin hat sich eine schwere Augenverletzung zugezogen.
Trotz der personellen Überlegenheit taten sich die Gastgeber zunächst schwer. Der Selber Mini-Kader ging durch den Treffer von Nick Miglio in der 5. Minute sogar in Führung. Mehr als der 1:1-Ausgleich durch Bennet Roßmy (15.) gelang Weißwasser im 1. Drittel nicht.
Die Taktik der Gäste mit einem Rumpfteam fasste Leon Lilik von den Wölfen Selb in der ersten Pause bei „Sprade-TV“ zusammen: „Wir versuchen, hinten sicher zu stehen und uns den Hintern aufzureißen. Es bleibt uns ja nichts Anderes übrig. Aber es ist schon sehr anstrengend.“

Lausitzer Füchse treffen spät

Erst im 2. Drittel konnten die Lausitzer Füchse ihre personelle Überlegenheit dann auch in weitere Tore ummünzen. Toni Ritter (29.) und Roope Mäkitalo (33.) lenkten die Partie in Richtung Pflicht-Heimsieg. „Wir haben lange gebraucht, um in dieses Spiel reinzubekommen. Jetzt müssen wir noch mehr Scheiben zum Tor bringen“, meinte Bennet Roßmy nach 40 Minuten.
Zu einem Schützenfest reichte es am Donnerstagabend jedoch nicht. Toni Ritter traf zum 4:1 (48.). Der Treffer zum 5:1-Endstand ging auf das Konto von Topscorer Peter Quenneville (57.).
Gäste-Coach Herbert Hohenberger lobte seine Verlierer: „Wir haben wieder hart gekämpft. Aber irgendwann geht natürlich die Kraft aus. Dennoch ziehe ich den Hut vor meiner Mannschaft. Mehr ist momentan nicht drin.“
Lausitzer Füchse – Wölfe Selbe 5:1 (1:1, 2:0, 2:0)
Tore: 0:1 Miglio (7.), 1:1 Roßmy (15.), 2:1 Ritter (29.), 3:1 Mäkitalo (33.), 4:1 Ritter (48.), 5:1 Quenneville (57.); Schiedsrichter: Steingroß/Becker; Zuschauer: 711; Strafminuten: 4/2.
Das nächste Spiel: Tölzer Löwen – Lausitzer Füchse (Samstag, 18.30 Uhr).