Eine gute Moral allein reicht nicht aus, um ein Eishockeyspiel in der DEL2 zu gewinnen. Diese bittere Erfahrung mussten die Lausitzer Füchse am Sonntagabend gegen die Bietigheim Steelers machen. Weißwasser kassiert eine 3:6-Heimniederlage gegen den Tabellendritten und geht trotz einer über weite Strecken ordentlichen Leistung am Ende leer aus, obwohl die Gastgeber den frühen Rückstand erfolgreich aufholen.
Die Bietigheim Steelers sicherern sich den Auswärtssieg vor allem dank ihres überfallartigen Umkehrspiels. Die Gäste nutzten jeden Fehler der Füchse sehr konsequent, um sofort einen Konter zu fahren. Diese Konter führten gleich mehrmals zum Erfolg. Die Füchse liegen in der Tabelle der DEL2 weiterhin auf dem vorletzten Platz.
Das neue Trainerduo Chris Straube und André Mücke setzte auch diesmal wieder auf die umgebauten Sturmreihen. Dieser Umbau hatte am Freitagabend eine beim 5:4-Auswärtssieg gegen die Tölzer Löwen eine erfolgreiche Premiere gefeiert. Statt die Topstürmer in einer Reihe zu konzentrieren, hat Straube sie nun aufgeteilt, um damit mehr Ausgeglichenheit in der Offensive zu erreichen. Eine personelle Hiobsbotschaft gab es allerdings: Torjäger Rylan Schwartz – der sich gerade erst wegen einer Rückenverletzung zurückgemeldet hatte – fehlte wegen einer schweren Unterkörperprellung aus dem Bad-Tölz-Spiel. Im Tor stand diesmal Tobias Ancicka vom Kooperationspartner Eisbären Berlin.
Dabei wurden Tobias Ancicka und die Lausitzer Füchse kalt erwischt. Denn nach ausgeglichenem Beginn lagen die Gäste aus Bietigheim plötzlich 2:0 in Führung. Brett Breitkreuz und Norman Hauner trafen jeweils in der 6. Minute. Zwischen beiden Toren lagen nur 16 Sekunden. Doch Weißwasser erholte sich recht zügig von diesem Fehlstart. Ebenfalls noch im 1. Drittel verkürze Andrew Clark auf 1:2 (17.). Sein Schuss in Überzahl passte genau in den Winkel des Bietigheimer Tores.
Auch im 2. Drittel spielten beide Teams auf Augenhöhe. Ärgerlich aus Sicht der Lausitzer Füchse war die Entstehung des dritten Gegentreffers. Weißwasser spielte in Überzahl, als Kapitän Brad Ross eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte. Der numerische Vorteil war damit hin. Kurz danach hämmerte Alexander Preibisch den Puck zum 3:1 für Bietigheim unter die Latte (31.). Die Gastgeber liefen also erneut einem Zwei-Tore-Rückstand hinter. Und wieder war es Andrew Clark, der nach schönem Rückpass von Tomas Andres auf 2:3 (38.) verkürzte. Ziemlich kurios fiel dann der 3:3-Ausgleich durch Brad Ross. Er haute unmittelbar nach dem Bully einfach drauf – und sorgte zum ersten Mal in diesem Spiel für den Ausgleich in der 39. Minute.
Aber die Gäste nutzen weiter konsequent jeden Fehler der Füchse aus. Brett Breitkreuz (47.) und Alexander Preibisch mit einem Unterzahl-Konter (51.) schossen Bietigheim im letzten Drittel auf die Siegerstraße. Tim Schüle sorgte mit einem Schuss ins leere Tor für den 6:3-Endstand (60.).
Weiter geht es für die Lausitzer Füchse jetzt mit einem ungewohnten Heimspiel-Doppelpack. Am Donnerstag und Freitag trifft Weißwasser jeweils auf den EHC Freiburg (19.30 Uhr).

Das sagen die Trainer

Daniel Naud (Trainer Bietigheim Steelers): „Wir haben mit der 2:0-Führung einen guten Start erwischt. Danach haben wir aber Probleme bekommen, weil wir in der Verteidigungszone unkonzentriert waren. Plötzlich stand es 3:3. Wir haben unnötige Strafen kassiert und komische Tore kassiert. Danach stand das Spiel auf der Kippe. Aber wir haben ein sehr gutes letztes Drittel gespielt. Dieses Drittel war unser bestes. Das brauchten wir heute, um das Spiel zu gewinnen.“
Chris Straube (Trainer Lausitzer Füchse): „Leider konnten wir nicht an unser gutes zweites Drittel anknüpfen. Da haben wir sehr gut gespielt. Es ist das dritte Spiel in Folge, wo wir in den ersten zehn Minuten Gegentore kassieren. Unsere Defensivarbeit muss viel besser werden. Es sind individuelle Fehler, die zu Toren führen. Das ist unakzeptabel.“
Lausitzer Füchse – Bietigheim Steelers 3:6 (1:2, 2:1, 0:3)
Tore: 0:1 Breitkreuz (6.), 0:2 Hauner (6.), 1:2 Clark (17.), 1:3 Preibisch (31.), 2:3 Clark (38.), 3:3 B. Ross (39.), 3:4 Breitkreuz (47.), 3:5 Preibisch (51.), 3:6 Schüle (60.); Schiedsrichter: Altmann/Steinecke; Zuschauer: keine; Strafminuten: 6/12.
Das nächste Spiel: Lausitzer Füchse – EHC Freiburg (Donnerstag, 19.30 Uhr).
Lausitzer Füchse - Bietigheim Steelers 3:6

Bildergalerie Lausitzer Füchse - Bietigheim Steelers 3:6