Von wegen frohe Ostern! Die Lausitzer Füchse haben sich mit der 5:9-Niederlage gegen den ESV Kaufbeuren am Samstagabend eine deftige Heimschlappe ins Nest gelegt. Während bei Weißwasser die Luft in der laufenden DEL2-Saison raus ist, liegt Kaufbeuren schon seit Wochen sicher auf Playoff-Kurs und nahm völlig verdient die drei Punkte mit auf die Heimreise ins Allgäu.
Die Lausitzer Füchse hatten schon mit der 2:4-Niederlage bei den Ravensburg Towerstars am Donnerstag die letzten Hoffnungen auf die Playoff-Runde verspielt. Weiter geht es am Montagabend mit dem Derby bei den Eispiraten Crimmitschau (20 Uhr). Danach stehen am letzten Wochenende noch zwei Partien in der Hauptrunde an, ehe die Füchse in die Sommerpause gehen. Der Abstieg ist in dieser Saison in der DEL2 wegen der Corona-Pandemie ausgesetzt.
Bei Weißwassser musste Brad Ross pausieren. Der Kapitän hatte am Donnerstag bei der Niederlage in Ravensburg eine weitere Spieldauerdisziplinarstrafe kassiert und war deshalb gesperrt. Ligaweit haben die Lausitzer Füchse mittlerweile die meisten Strafminuten auf dem Konto. Mit 158 Strafminuten führt Brad Ross das Sündenregister der DEL2 an – und zwar mit großem Abstand. Dahinter folgen sein Bruder Nick Ross (94) und Michael Knaub (Heilbronn/92). „Wir sind sehr undiszipliniert“, hatte Trainer Chris Straube nach der Niederlage in Ravensburg erneut kritisiert und damit eine der entscheidenden Ursachen für das Verfehlen der Saisonziele benannt.
Im Tor stand Eric Steffen. Für den 20-jährigen Keeper war es das Starting-Six-Debüt in der DEL2. Mac Carruth ist weiterhin angeschlagen und saß gegen Kaufbeuren auf der Bank. Der zuletzt so leistungsstarke US-Amerikaner ist laut Straube körperlich derzeit „nicht bei 100 Prozent“.
Viel Unterstützung von seinen Vorderleuten bekam der junge Füchse-Keeper zumindest in den entscheidenden Situationen nicht. Denn nach 20 Minuten lagen die Gäste aus dem Allgäu schon mit 3:0 in Führung. Sami Blomqvist (4./16. Minute) und Philipp Krauß (20.) erzielten die Treffer für Kaufbeuren.
Der ESVK brachte deutlich mehr Geschwindigkeit aufs Eis als die Füchse. Bezeichnend für die blau-gelbe Lethargie war Gegentreffer Nummer vier. Der indisponierte Topscorer Rylan Schwartz verlor vor dem eigenen Tor den Puck – Fabian Voit nahm dankend an und traf in der 25. Minute zum 4:0. In einer schwächelnden Mannschaft war die Herausforderung für den jungen Eric Steffen schon jetzt eine ziemlich undankbare Aufgabe. Immerhin gelang Bennet Roßmy dann auch das erste Füchse-Tor (1:4/38.).
Trotz dieses kurzzeitigen Erfolgsmoments nahm das Debakel seinen Lauf. Julian Eichinger und Branden Gracel trafen jeweils in der 42. Minute zum 5:1 und 6:1 für Kaufbeuren. Das vorletzte Heimspiel der Saison war natürlich längst entschieden. Thomas Reichel gelangen dann noch ein Doppelpack für Weißwasser (44./47.), wobei sich der junge Stürmer vor allem mit seinem Solo zum 3:6 einen kleinen Schönheitspreis verdiente.
Als Andrew Clark auf 4:6 verkürzte (51.), waren die Gastgeber plötzlich wieder im Spiel. Aber nur kurzzeitig – denn in der 52. Minute erzielte Sami Blomqvist das 7:4. Tobias Wöhrle erhöhte auf 8:4 (54.).
Luis Rentsch (5:8/55.) und Tyler Spurgeon (5:9/60.) beendeten das österliche Scheibenschießen.

Das sagen die Trainer

Rob Pallin (Trainer ESV Kaufbeuren): „Bis zum 2. Drittel haben wir gut gespielt. Danach war unsere Defensive dann nicht mehr gut. Für unseren Torhüter war es das erste Spiel nach sieben Wochen Pause. Er hat keine Unterstützung bekommen. Wir freuen uns natürlich über die drei Auswärtspunkte.“
Chris Straube (Trainer Lausitzer Füchse): „Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht. Für unseren jungen Torhüter Eric Steffen war das heute keine leichte Aufgabe. Da hätte ich mir mehr Unterstützung gewünscht. Das waren einfach zu viele kleine Fehler gegen die guten Stürmer aus Kaufbeuren. Positiv ist, dass wir nochmal ins Spiel zurückgekämpft haben. Leider haben wir dann aber wieder schlimme Fehler gemacht.“

Lausitzer Füchse – ESV Kaufbeuren 5:9 (0:3, 1:1, 4:5)
Tore: 0:1 Blomqvist (4.), 0:2 Blomqvist (16.), 0:3 Krauß (20.), 0:4 Voit (25.), 1:4 Roßmy (38.), 1:5 Eichinger (42.), 1:6 Gracel (42.), 2:6 Reichel (44.), 3:6 Reichel (47.) 4:6 Clark (51.), 4:7 Blomqvist (52.), 4:8 Wöhrle (54.), 5:8 Andres (55.), 5:9 Spurgeon (60.); Schiedsrichter: Klein/Naust Zuschauer: keine; Strafminuten: 10 + 10 (Martin)/6.
Das nächste Spiel: Eispiraten Crimmitschau – Lausitzer Füchse (Montag, 20 Uhr)