Die Lausitzer Füchse haben ihre Fans im ersten Spiel des neuen Jahres durch ein Wechselbad der Gefühle gejagt. Am Ende jubelt Weißwasser dank einer verrückten Schlussphase über einen 4:3-Derbysieg nach Verlängerung gegen die Eispiraten Crimmitschau. Für die Gastgeber sind es wichtige zwei Punkte im Kampf um die Pre-Playoffs in der DEL2. Weißwasser liegt jetzt auf Platz zehn und hält Crimmitschau auf Distanz.
Nach gutem Start und früher Führung spielten die Lausitzer Füchse im ersten Match nach der kurzen Pause über den Jahreswechsel ein schwaches 2. Drittel und gerieten verdient in Rückstand. Mit einem Treffer in der letzten Sekunde der Verlängerung erkämpften sie sich aber dennoch den Derbysieg.
„Mit dem 1. Drittel bin ich sehr zufrieden. Da haben wir mit viel Geschwindigkeit gespielt und Torchancen kreiert. Aber im 2. Drittel habe ich unsere Mannschaft nicht mehr gesehen. Das war ein echter Charaktertest. Da brauchen wir eine klare Analyse, das müssen wir künftig besser machen“, analysierte Füchse-Coach Petteri Väkiparta und lobte ausdrücklich die Fans: „Für einen Dienstag war das eine richtig gute Stimmung.“
Dabei konnten die Lausitzer Füchse nach langer Zeit endlich wieder einmal mit einem breiten Kader antreten. Auch der zuletzt wegen einer Gehirnerschütterung pausierende Kristian Blumenschein kehrte pünktlich zum Derby in die Verteidigung zurück.
Weißwasser erwischte einen Start nach Maß. Bereits mit dem ersten Wechsel kassierte Crimmitschau eine Zwei-Minuten-Strafe. Füchse-Kapitän Clarke Breitkreuz traf nach 98 Sekunden in Überzahl zur Führung. Danach sahen die 2386 Zuschauer zunächst ein ausgeglichenes Derby mit leichten Vorteile für Weißwasser.
Es gab allerdings auch zwei Hiobsbotschaften nach dem 1. Drittel: Für Kristian Blumenschein war die Partie schon wieder beendet. Und auch Marco Baßler musste verletzt raus, nachdem er in die Bande gekracht war.
Und es kam noch schlimmer aus Sicht der Gastgeber. Denn Crimmitschau wurde im 2. Drittel immer stärker und erzielte drei Tore innerhalb von fünf Minuten. Georgiy Saakyan (33.), Filip Reisnecker (38.) und Jasper Lindsten (39.) drehten die Partie. Zwischen dem zweiten und dritten Treffer lagen lediglich 19 Sekunden.
Im letzten Drittel zeigte sich Weißwasser dann wieder deutlich verbessert. Erneut Kapitän Clarke Breitkreuz (51.) und Roope Mäkitalo (56.) sorgten für den 3:3-Zwischenstand nach 60 Minuten. Eine Sekunde vor dem Ende der Verlängerung war dann wieder Mäkitalo zur Stelle und erzielte den umjubelten 4:3-Endstand – was für eine verrückte Schlussphase.
Das Fazit von Crimmitschau-Trainer Marian Bazany: „Es ist enttäuschend. Vor allem im 2. Drittel haben wir sehr gut gespielt. Aber es ist uns nicht gelungen, den Zwei-Tore-Vorsprung zu halten. Wir haben uns in der Defensive nicht schlau genug angestellt und wurden dafür bestraft.“
Für die Lausitzer Füchse war es ein teuer bezahlter Derbysieg. Denn neben Kristian Blumenschein und Marco Baßler musste auch Sebastian Zauner vorzeitig das Eis verlassen. Er wurde kurz vor Schluss der regulären Spielzeit bei einem Rettungsversuch unglücklich von einem Puck getroffen.

Lausitzer Füchse in Dresden

Für die Lausitzer Füchse steht am Freitag gegen die Wölfe Selb (19.30 Uhr) das dritte Heimspiel in Folge auf dem Programm. Es geht also erneut gegen einen direkten Mitkonkurrenten um die Pre-Playoffs. Am Sonntag bestreitet Weißwasser dann bei den Eislöwen Dresden (17 Uhr) das nächste Derby.
Lausitzer Füchse – Eispiraten Crimmitschau 4:3 n.V. (1:0, 0:3, 2:0, 1:0)
Tore: 1:0 Breitkreuz (2.), 1:1 Saakyan (33.), 1:2 Reisnecker (38.), 1:3 Lindsten (39.), 2:3 Breitkreuz (51.), 3:3 Mäkitalo (56.), 4:3 Mäkitalo (65.); Schiedsrichter: Apel/Ratz; Zuschauer: 2386; Strafminuten: 0/2.
Das nächste Spiel: Lausitzer Füchse – Wölfe Selb am Freitag um 19.30 Uhr.