Die Lausitzer Füchse aus Weißwasser wollen nach dem überraschend deutlichen 7:1-Heimsieg gegen den ESV Kaufbeuren heute bei den Eispiraten Crimmitschau nachlegen. Allerdings steht auch bei der Partie im Sahnpark (16 Uhr) erneut nur eine Notbesetzung zur Verfügung.
Das 7:1 gegen Kaufbeuren war vor allem ein Erfolg der Moral. Denn vor 1176 Zuschauern mussten die Gastgeber am Freitagabend mit einem Mini-Kader auskommen. Die Fans feierten den Sieg mit stehenden Ovationen und „Dynamo“-Wechselgesängen aus mehreren Blöcken schon während des Spiels – soviel Euphorie gab lange nicht mehr im Fuchsbau.
Aufgrund von positiven Corona-Tests fehlten auch die beiden Trainer Petteri Väkiparta und André Mücke. Deshalb erlebte Sakari Lindfors seine Premiere als Cheftrainer in der DEL2. Der Finne ist normalerweise Torwartcoach im Fuchsbau. Als Co-Trainer fungierten die verletzten Clarke Breitkreuz und Jens Baxmann. Ebenfalls bemerkenswert: Hinter Leon Hungerecker gab es diesmal keinen Ersatztorhüter auf der Bank.

Lausitzer Füchse und der Corona-Alarm

Für Weißwasser sind diese aktuten Personalsorgen ein Rückschlag im Kampf um die Pre-Playoffs. Die Lausitzer Füchse liegen aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz. Um den direkten Klassenerhalt zu schaffen, müsste Weißwasser in den verbleibenden Partien der Hauptrunde mindestens Rang zehn erreichen.
Am Donnerstag hatte es den großen Corona-Alarm bei den Lausitzer Füchsen gegeben. Neben den beiden Trainern Petteri Väkiparta und André Mücke wurden mit dem aktuellen Kapitän Steve Hanusch, Richard Mueller und Toni Ritter auch drei Spieler positiv getestet. Bei den daraufhin durchgeführten PCR-Tests des gesamten Teams gab es weitere positive Ergebnisse.
Nahezu die halbe Mannschaft muss derzeit pausieren. Insgesamt neun Spieler stehen nicht zur Verfügung. Und auch Geschäftsführer Dirk Rohrbach befindet sich zu Hause in Corona-Quarantäne.
Überragend als Torschütze und Vorbereiter: Hunter Garlent (l.) traf auch diesmal wieder für die Lausitzer aus Weißwasser in der DEL2.
Überragend als Torschütze und Vorbereiter: Hunter Garlent (l.) traf auch diesmal wieder für die Lausitzer aus Weißwasser in der DEL2.
© Foto: Thomas Heide

Marius Stöber kommt und trifft

Weg der akuten Personalnot wurde mit Marius Stöber ein Spieler der Jungfüchse Weißwasser kurzfristig nachlizenziert. Und ausgerechnet der Nachrücker traf in der 13. Minute zur Führung für die Gastgeber und wurde von den Mitspielern ausgiebig bejubelt. Im 2. Drittel schlug dann zweimal der überragende Hunter Garlent zu und erhöhte auf 3:0 (29., 36.).
„Uns fehlen viele Spieler. Deshalb ist es eine Frage der Einstellung. Jeder weiß, worum es geht und gibt alles, damit wir die drei Punkte holen“, sagte Garlent in der zweiten Pause im Interview bei Sprade-TV. Der Viererpack durch Roope Mäkitalo (43., 48., 52., 54.) machte das Corona-Spiel dann sogar zu einem kleinen Eishockey-Fest.
„Wir haben von Anfang an gut gespielt. Im 2. und 3. Drittel haben wir dann auch richtig schlau gespielt. Es ist eine schwierige Situation im Moment für uns. Aber das Team ist zusammengerückt und unglaublich hart gearbeitet. Auch alle Jungs, die nicht mitspielen konnten, haben das Team gepusht“, lobte Clarke Breitkreuz in der Pressekonferenz.
Der verletzte Kapitän verkündete auf Rundschau-Nachfrage nach der Pressekonferenz dann allerdings auch eine schlechte Nachricht: Wegen seiner Unterkörperverletzung wird Clarke Breitkreuz in dieser Saison aller Voraussicht nach nicht mehr für die Lausitzer Füchse auflaufen können.
Eigentlich stehen für Weißwasser an diesem Wochenende drei Spiele innerhalb von vier Tagen auf dem Programm. Nach der Heimpartie gegen den ESV Kaufbeuren reisen die Lausitzer Füchse heute nach Crimmitschau. Und am Montag geht es dann im Fuchsbau gegen die Löwen Frankfurt (19.30 Uhr). Vorausgesetzt, es kommen nicht noch mehr positive Corona-Tests hinzu.
Die DEL2 hatte sich in dieser Woche mit den 14 Vereinen darauf verständigt, dass ab sofort die sogenannte Quotienten-Regelung zur Ermittlung der Tabelle gilt. Dabei wird die Anzahl der erreichten Punkte durch die Anzahl der absolvierten Spiele geteilt. Hintergrund sind weitere, Corona-bedingte Spielabsagen, so dass die Hauptrunde bis Anfang März nicht mehr komplett absolviert werden kann.

Robert Hoffmann sorgt für Eklat

Unterdessen hat der Ex-Weißwasseraner Robert Hoffmann für einen Eklat gesorgt. Der Trainer der Wölfe Freiburg stürmte beim Gastspiel in Dresden am Mittwoch auf die gegnerische Bank und lieferte sich dort eine Prügelei mit Eislöwen-Coach Andreas Brockmann, der sich zuvor im Ton vergriffen haben soll. Hoffmann wurde von der DEL2 für zwei Spiele gesperrt. Außerdem müssen beide Trainer eine Geldstrafe bezahlen.
Lausitzer Füchse – ESV Kaufbeuren 7:1 (1:0, 2:0, 4:1)
Tore: 1:0 Stöber (13.), 2:0 Garlent (29.), 3:0 Garlent (36.), 4:0 Mäkitalo (43.), 5:0 Mäkitalo (48.), 6:0 Mäkitalo (52.), 7:0 Mäkitalo (54.), 7:1 J. Krauß (57.); Schiedsrichter: Janssen/Schadewaldt; Zuschauer: 1176; Strafminuten: 4/6.
Das nächste Spiel: Eispiraten Crimmitschau – Lausitzer Füchse (heute, 16 Uhr).