Die Leidenszeit der Eisbären Berlin geht weiter – und die Lage des amtierenden Meisters wird immer bedrohlicher. Auch bei der knappen 2:3-Niederlage gegen den souveränen DEL-Spitzenreiter Red Bull München gingen die Gastgeber leer aus. Sie gerieten vor 9423 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof am Montagabend frühzeitig in Rückstand und kassierten die vierte Pleite in Folge. Die Leistungssteigerung im Verlauf der Partie blieb unbelohnt.
In der Tabelle liegen die Eisbären Berlin zwar weiterhin auf Platz 13 und damit genau einen Platz vor den Abstiegsrängen. Aber durch den Auswärtssieg der Augsburger Panther in Wolfsburg ist der Abstand nach unten auf sechs Zähler geschrumpft. Außerdem hat Augsburg zwei Partien weniger absolviert als der Noch-Meister.
„Wir haben die erste Hälfte des Spiels komplett verschlafen. Da waren wir nicht auf dem Eis. Die Jungs waren wie eingefroren“, erklärte Eisbären-Trainer Serge Aubin. „Nach einem 0:3 ist es schwer, gegen eine Mannschaft wie München zurückzukommen. Aber wir haben es geschafft. Du musst dein Spiel jedoch 60 Minuten durchziehen. Mit lediglich 30 Minuten gewinnt man kein Eishockeyspiel.“
Zuvor hatten die Eisbären Berlin in den drei Auswärtsspielen vor dem Jahreswechsel nur einen einzigen Punkt geholt – beim 3:4 in Straubing am vergangenen Freitag. Sein letztes Heimspiel gewann der deutsche Meister am 23. Dezember gegen die Bietigheim Steelers mit 5:0.

Eisbären Berlin verschlafen den Start

Der Start der Eisbären Berlin gegen München – er war zum Vergessen. Bereits nach 42 Sekunden traf der frühere Berliner Austin Ortega zur Führung für München. Jonathon Blum erhöhte auf 2:0 (10.). Den Gastgebern drohte jetzt schon frühzeitig ein Debakel. „Wir müssen körperbetonter spielen, um zurück in die Partie zu kommen“, erklärte Eisbären-Stürmer Lewis Zerter-Gossage nach dem 1. Drittel.
Nach dem dritten Münchner Treffer durch Benjamin Street (22.) brachte Giovanni Fiori die Gastgeber mit einem Doppelpack (34., 35.) in der Tat zurück ins Spiel. Berlin spielte jetzt mutiger und auch die Körpersprache sah nicht mehr nach Debakel aus.
Im Gegenteil: Im letzten Drittel hatte Berlin plötzlich mehr vom Spiel und drängte auf den Ausgleich. Die Belohnung für die deutliche Leistungssteigerung blieb jedoch aus. Stattdessen jubelten die Gäste aus München über den mittlerweile zehnten Auswärtssieg in Serie.
Das Fazit des zweifachen Torschützen Giovanni Fiore: „Wir sind unzufrieden mit der heutigen Partie. Wir hatten einen schlechten Start ins Spiel. Wir konnten uns zwar zurückkämpfen, es hat aber nicht mehr gereicht. In unserer aktuellen Situation brauchen wir dringend Punkte.“
Viele Fans der Eisbären Berlin hatten sich am Montagabend auf die Rückkehr von Meister-Torhüter Mathias Niederberger in die Arena am Ostbahnhof gefreut. Niederberger war in den vergangenen beiden Meister-Jahren der große Rückhalt der Eisbären. Bei seinem ersten Auswärtsgastspiel in Berlin saß er aber nur auf der Bank. Stattdessen stand mit Daniel Allavena die Nummer zwei zwischen den Pfosten. Man wolle Allavena für seine starken Trainingsleistungen belohnen, hieß es aus dem Münchner Lager mit Blick auf den etwas überraschenden Torwart-Wechsel.
Ex-Eisbär Mathias Niederberger saß bei der Rückkehr in die Arena am Ostbahnhof mit Red Bull München nur auf der Bank.
Ex-Eisbär Mathias Niederberger saß bei der Rückkehr in die Arena am Ostbahnhof mit Red Bull München nur auf der Bank.
© Foto: Eibner-Pressefoto/Uwe Koch

Eisbären Berlin spielen gegen Köln

Für die Eisbären Berlin geht es in der ersten Woche des neuen Jahres gleich richtig zur Sache. Insgesamt vier Partien stehen auf dem Programm. Nach dem Duell mit dem Red Bull München folgt am Mittwoch gegen die Kölner Haie bereits das nächste Heimspiel. Danach treten die Berliner in Düsseldorf (Freitag) und in Nürnberg (Sonntag) an.