Es war ein langer – und aus Sicht der Lausitzer Füchse gebrauchter – Abend in Ravensburg: Mit mehr als 45 Minuten Verspätung begann eine kuriose Partie, in der Schiedsrichter-Entscheidungen für teils minutenlange Verzögerungen sorgten. Am Ende mussten sich die Lausitzer Füchse wieder einmal geschlagen geben. Mit 2:4 verlor das Team aus Weißwasser gegen die Ravensburg Towerstars. Die Play-Offs in der DEL 2 sind dadurch unerreichbar.

Schiedsrichter verletzte sich beim Warmmachen

Der Druck für das Team aus Weißwasser war schon im Vorfeld enorm: Bei verbliebenen fünf Spielen und maximal 15 zu holenden Punkten mussten die Lausitzer Füchse siegen, um eine Rest-Chance auf die Play-Offs zu bewahren. Zehn Punkte trennten sie vor dem Spiel von dem wichtigen achten Tabellenplatz.
Weil sich einer der Linienrichter beim Aufwärmen verletzt hatte, beschloss die Spielleitung, die Partie um eine dreiviertel Stunde zu verlegen. In der Zeit reiste ein Ersatz-Schiedsrichter aus Ulm an, um die Ränge der Unparteiischen aufzufüllen.

Lausitzer Füchse geraten in Unterzahl in Rückstand

Viel verpasst hätte der Offizielle aber nicht, wenn er ein paar Minuten später zum Spiel dazu gestoßen wäre. Die größte Chance des ersten Drittels hatten die Ravensburg Towerstars in der zehnten Minute. Mac Carruth konnte erst den Puck und dann den gegnerischen Spieler abfangen, eh beide ins Tor schlittern konnten.
In doppelter Überzahl konnten die Gastgeber kurze Zeit später in Führung gehen. Sowohl Thomas Reichel als auch Brad Ross mussten vom Feld. Ging der erste Schuss noch an den Pfosten, musste sich Mac Carruth beim zweiten Versuch geschlagen geben. Robbie Czarnik brachte Ravensburg mit 1:0 in Führung (15.).

Zweites Drittel bringt Vorentscheidung

Im zweiten Drittel ließen sich die Füchse nicht lange bitten: Nur eine Minute dauerte es, eh Jonathon Martin mit etwas Stochern den Puck über die Linie zwang und den Ausgleich erzielte (21.). In der Folge kamen die Füchse besser ins Spiel, ließen Chancen aber ungenutzt (25., 26.). Dass die Towerstars in dieser guten Phase des Teams aus Weißwasser nicht dennoch in Führung gingen, lag auch an Mac Carruth. Der Torhüter konnte sich vor allem in der 30. Minute auszeichnen, als er den Puck mit dem Schlittschuh abwehrte.
Erst in der 32. Minute musste Carruth abermals hinter sich fassen. James Bettauer hämmerte den Schuss unhaltbar ins obere Eck. Auch drei Minuten später konnte er nichts ausrichten, als die Towerstars zu dritt auf ihn zu rannten und Andrew Kozek das 3:1 machte (35.).

Strittige Schiedsrichter-Entscheidungen verzögern das Spiel

Die nächste Hiobsbotschaft folgte mit dem Wiederanpfiff nach dem Tor: Weil Rylan Schwartz beim Kampf um den Puck den Schiedsrichter durch ein scheinbares Bein stellen zu Fall brachte, wurde er zunächst des Feldes verwiesen. Er war schon auf dem Weg in die Kabine, als die Unparteiischen ihr Urteil revidierten und ihn zurückholten. Die häufigen Wiederholungen bei Sprade TV zeigten deutlich, dass das Beinstellen unabsichtlich erfolgte. Es sollte nicht die einzige strittige Szene des Spiels bleiben.
Dass John Henrion zwischenzeitlich das 4:1 erzielte (43.) und die Lausitzer Füchse durch das 2:4 von Andrew Clark den Rückstand abermals verringerten (50.) blieb da beinahe zweitrangig.

Füchse schwächen sich selbst wegen häufiger Strafen

Einen entscheidenden Grund für die Niederlage lieferte der Ravensburger Spieler Max Kolb bereits in der letzten Pause: „Die stellen sich auch so doof an und motzen nach“, sagte er über die Lausitzer Füchse. Denn während die Towerstars zu diesem Zeitpunkt nur einmal auf die Strafbank mussten, nahmen dort bis zum Ende des zweiten Drittels gleich fünf Mal Füchse Platz. Am Ende haben sie auch durch die Disziplinarstrafe gegen Brad Ross 46 Strafminuten zu verbuchen. Spielentscheidend, wie auch der Trainer später feststellte.

Das sagen die Trainer zum Spiel

Chris Straube (Lausitzer Füchse): „Das Spiel war ein Spiegelbild unserer Saison. Wir haben die meisten Strafminuten der Liga, sind da erster Platz. Wir sind sehr undiszipliniert. Bei individuellen Fehlern in der Defensive kann uns auch der beste Torwart der Liga nicht helfen. Besonders nicht, wenn er nicht bei 100 Prozent ist. Auch im Powerplay sind wir letzter Platz. Mit so einer Statistik sollte man nicht in den Play-Offs sein.“
Marc Vorderbrüggen (Ravensburg Towerstars): „Es war ein verrückter Abend, auch wegen der ganzen Verspätung. Im ersten Drittel hatten wir die Hand auf dem Spiel. Im zweiten Drittel war es zerfahren und sind vom Matchplan abgekommen. Wir haben es trotzdem geschafft, im richtigen Moment die wichtigen Tore zu schießen.“

Die Statistik zum Spiel

Ravensburg Towerstars – Lausitzer Füchse 4:2 (1:0, 2:1, 1:1)
Tore: 1:0 Czarnik (14.), 1:1 Martin (21.), 2:1 Bettauer (32.), 3:1 Kozek (35.), 4:1 Henrion (43.), 4:2 Clark (50.)
Schiedsrichter: Aumüller/Singer; Zuschauer: keine; Strafminuten: 8/46
Das nächste Spiel: Lausitzer Füchse – ESV Kaufbeuren (Samstag, 17 Uhr)