Jetzt sind es nur noch vier Punkte Rückstand auf Crimmitschau und den entscheidenden zehnten Rang im Kampf um die Pre-Playoffs. Mit dem erst im furiosen Schlussdrittel verdienten 4:2 (1:1, 0:1, 3:0)-Heimerfolg haben sich die Lausitzer Füchse am Dienstagabend neue Hoffnung erkämpft. Weißwasser hat nun noch neun Spiele, um diese vier Zähler auf Crimmitschau aufzuholen.

Füchse-Coach Paul Gardner erklärte nach seinem ersten Heimsieg: "Ich bin glücklich und sehr stolz auf das Team. Wir hatten einige schwierige Momente." Die Füchse waren druckvoll gestartet und hatten durch Florian Lüsch zwei Topchancen. Erst vergab der 22-Jährige nach Vorlage von Topscorer Darren Haydar. Kurz darauf wurde Rüsch gefoult und trat selbst zum Penalty an. Sein Schuss landete am Pfosten (3.).

Während Weißwasser den Weg zum Tor vorerst vergeblich suchte, nutzten die Gäste gleich die zweite Möglichkeit. Nach einem Abpraller schaltete Patrick Pohl und überwand den zeitweise unsicher wirkenden Füchse-Keeper Joe Fallon (9.). Crimmitschau hatte dann mehr vom Spiel. Aber nach einigen Fehlversuchen seiner Kollegen durchbrach Elia Ostwald wenigstens mit einem Gewaltschuss die Torblockade der Füchse und traf zum 1:1 (18.).

Bei den Weißwasseranern fehlte Lukas Pozivil verletzt und Dominik Bohac gesperrt, Neuzugang Milan Kostourek saß als überzähliger Ausländer auf der Tribüne. Er musste mit ansehen, wie sein Team im zweiten Drittel eine fünfminütige Überzahl nicht nutzen konnte. Pikant: Die Strafe verhängte mit Schiedsrichter Göran Noeller ein Crimmitschauer. Der ist zwar für Bad Muskau lizenziert. Allerdings stammt Noeller aus Crimmitschau und hat früher für den ETC gespielt - eine fragwürdige Einteilung zu diesem Derby, die jedoch nicht spielentscheidend war.

Noeller konnte man ohnehin nicht vorwerfen, dass die Crimmitschauer zwischenzeitlich effektiver waren: Dominic Walsh traf zum 1:2 (36.), als die Füchse in Unterzahl waren. Für Weißwasser bleibt derweil das Toreschießen das große Problem. Als letztes Team knackten die Füchse in der DEL2 die 100-Tore-Marke. Florian Lüsch traf zum 3:2-Jubiläumstor (44.), nachdem zuvor Darren Haydar beim Ausgleich (42.) von einem Fehler des Gäste-Keepers Ryan Nie profitiert hatte. Greg Classen sorgte mit seinem vorentscheidenden Treffer zum 4:2 (55.) dafür, dass die Schlussphase keine neuerliche Nervenprobe wurde.

Spannend ist derweil, wer der nächste Trainer der Füchse sein wird. Laut "Dresdner Morgenpost" haben die Weißwasseraner ein Auge auf den Crimmitschauer Coach Chris Lee geworfen. Angesichts der Gerüchte darum, dass die Füchse der neue Kooperationspartner des DEL-Clubs Eisbären Berlin mit Manager Peter John Lee werden, ist das vorstellbar. Chris Lee ist der Sohn der Berliner Eishockey-Legende. Lee sagte auf RUNDSCHAU-Nachfrage: "Ich habe von dem Bericht gehört. Aber es gab keine Gespräche mit Weißwasser."

Füchse-Sprecher Andreas Friebel erklärte: "Wir konzentrieren uns aktuell nur auf die schwierige Situation im Kampf um den Klassenerhalt. Alles andere werden wir dann sehen." Eine nachvollziehbare Haltung, weil sich die Frage nach einem Kooperationspartner im Abstiegsfall nicht stellen würde. Und um den Klassenerhalt müssen die Füchse trotz der neuen Hoffnung in den kommenden Wochen weiter hart kämpfen.