(swr) Vor ein paar Wochen standen sie sich noch in der Brandenburg-Liga als Derby-Rivalen gegenüber, nun machen sie gemeinsame Sache – zumindest für 60 Minuten: die Lausitzer Handballvereine TSG Lübbenau und HC Spreewald. Die beiden Fünftligisten bilden an diesem Freitag (18.30 Uhr, Blau-Gelb-Arena Lübbenau, Ausverkauft!) eine Spreewald-Auswahl, um im Freundschaftsspiel dem Bundesligisten und Europapokalteilnehmer Füchse Berlin gegenüberzutreten.

Die Idee hatte Steven Schwerdtner, der selbst noch in der dritten Mannschaft von Lübbenau spielt. Der Marketingleiter des Spreewelten-Bades erklärt: „Ich fand den Gedanken mit einer Auswahl ganz interessant. Zumindest für so ein Event ist das doch ganz spannend, und zwar nicht nur für Lübbenau, sondern die ganze Region.“ Also fragte er beim Liga-Konkurrenten aus Lübben an und stieß auf gespitzte Ohren. „Wir freuen uns, dass wir an diesem einmaligen Spiel teilhaben dürfen“, sagt Mirko Wolschke, der Trainer vom HC Spreewald. „Ein Riesendank geht an Lübbenau.“

Steven Schwerdtner hat sowieso nichts übrig für ungesunde Rivalitäten zwischen Sportvereinen und sieht so ein Ereignis als gute Möglichkeit, sich weiter anzunähern. „Auf dem Spielfeld kämpft man natürlich verbittert gegeneinander“, sagt er. Das haben die beiden ranghöchsten Teams des Spreewaldes auch in der zurückliegenden Saison gemacht, als Lübben Dritter und Lübbenau Vierter wurde. „Aber danach trinkt man ein Bier zusammen und dann ist es wieder gut.“

Das sieht Mirko Wolschke genauso. Zusammen mit TSG-Trainer Marko Siebert hat er schon ein gemeinsames Training geleitet, damit man gegen die Weltstars der Füchse um Paul Drux, Hans Lindberg & Co. zumindest ansatzweise eingespielt ist. „Die Auswahl ist schon erstaunlich homogen“, findet Wolschke. Auch wenn es am Freitag nicht um das Ergebnis geht. „Es soll ein Fest für den Handballsport werden“, sagt auch Schwerdtner und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Jetzt müssen es nur noch die Fanlager hinbekommen, dass sie diesmal ein Team anfeuern und nicht zwei.“