Lange hielt der Ex-Cottbuser beim 15,5 Kilometer langen Zeitfahren zum Tour-Auftakt in 19:54 Minuten die Bestzeit und stand dicht vor dem größten Triumph seiner Karriere. In der Endabrechnung kam am Samstag Rang vier heraus, hinter Alberto Contador die zweitbeste Zeit im Astana-Team der Superlative. 18 Sekunden schneller als der "Big Boss" Lance Armstrong, den der einzige Deutsche in der Mannschaft beim Zeitfahren im Team-Wagen zuvor begleitet hatte. Statt Klöden fuhr Olympiasieger Fabian Cancellara die Bestzeit in Monaco und nahm Platz bei der obligatorischen Sieger-Pressekonferenz. Klöden und die deutsche Presse: Das ist seit mindestens zwei Jahren ein Reizthema für beide Seiten. Er mag nicht über Doping sprechen, 99 Prozent der Frager wollen ihn davon aber nicht verschonen. Die Mauer des Schweigens bei Klöden durchbrach am Samstag vor Ort nur ein Journalist aus Frankfurt. Nach der Doping-Kontrolle nahm sich der 34-Jährige - 2004 und 2006 Zweiter bei der Tour de France - im Team-Hotel etwas Zeit. Das Thema "Freiburger Untersuchungs-Kommission", die Klöden attestierte, ins Manipulationssystem im T-Mobile-Team eingebunden gewesen zu sein und 2006 während der Tour Blut-Doping betrieben zu haben, soll nicht auf der Tagesordnung gestanden haben. Die Vereinbarung von Terminen über Astana-Sprecher Philippe Maertens mit Levi Leipheimer oder Contador sind möglich. Bei Armstrong wird es schon schwieriger. Aber bei Klöden gibt es keine Chance. "Es tut mir leid, dass sie Deutscher sind - er spricht nicht mit ihnen", sagt Maertens sehr freundlich. Auch die Charme-Offensive der ARD verpuffte. Die "L'Équipe" stellte vor dem Start die vermeintlichen zehn Favoriten vor und gestand Klöden die Rolle des "Jokers" zu. Alle sagten etwas zu ihren Tour-Ambitionen. Bei Klöden stand: Kein Kommentar. dpa/tus