Von Frank Noack

Erst schwitzte Forst wegen der Hitze am Samstag, dann zitterte Forst wegen des Regens am Sonntag, vor allem aber feierte Forst am Wochenende die Bahnrad-Elite beim Europa-Kriterium. Den Gesamtsieg bei den Stehern holte sich nach insgesamt sechs strapaziösen Läufen der deutsche Meister Christopher Schweizer aus Aachen. Zuvor mussten die Rennen am Sonntagnachmittag wegen des einsetzenden Regens für knapp eine Stunde unterbrochen werden.  Auch im großen Finale hatten die Fahrer mit einigen Windböen zu kämpfen.  Am Ende setzte sich Gesamtsieger Schweizer vor dem amtierenden Europameister Reinier Honig aus den Niederlanden durch. Dr gebürtige Forster Franz Schiewer komplettierte als Dritter das Podium.

Den Frauenrennen in Forst drückten erwartungsgemäß die Starterinnen aus Russland sowie die dreifache Olympiamedaillen-Gewinnerin Olga Zabelinskaya (Usbekistan) ihren Stempel auf. Im abschließenden Derny-Wettbewerb am Sonntag belegte Lokalmatadorin Romy Kasper vom gastgebenden PSV Forst den 3. Platz. Das Keirin-Rennen gewann der Cottbuser Maximilian Levy. Denn Sprintwettbewerb hatte tags zuvor Eric Engler (Cottbus) mit einem Finalsieg gegen Levy für sich entschieden.

Bei drückender Hitze von bis zu 35 Grad floss zwar ganz viel Schweiß, trotzdem hatten die Sportler und auch die Zuschauer ihren Spaß. „Es geht hier sehr gemütlich zu“, meinte beispielsweise Ex-Europameisterin Trine Schmidt aus Dänemark mit Blick auf die familiären Rahmenbedingungen.

Bei der mittlerweile 3. Auflage des Europa-Kriteriums waren die ­Starterfelder so groß wie noch nie. 2017 bei der Premiere düsten ausschließlich die Steher um die 400 Meter lange Betonbahn. 2018 kam dann die Elite im Frauen-Ausdauerbereich hinzu. Und in diesem Jahr lieferten sich auch die Sprinter um den vierfachen Weltmeister ­Maximilian Levy aus Cottbus spannende Duelle bei der erstmals an zwei Tagen ausgetragenen Bahnrad-Veranstaltung.

Auch wenn mit insgesamt 1800 Besuchern an beiden Tagen diesmal auf den Zuschauertraversen mehr Plätze frei blieben als sonst bei den Radsport-Highlights in der Rosenstadt, zeigten sich die Veranstalter vom PSV Forst mit dem neuen Format des Europa-Kriteriums zufrieden. „Wir würden dieses Format gern beibehalten. Wir müssen jetzt schauen, ob uns der internationale Rennkalender im nächsten Jahr wieder in die Karten spielt“, erklärte der PSV-Vorsitzende Gerd Suschowk. In Forst ging es auch um wichtige Punkte für die Weltcup-Saison.

Neben der Hitze hielt wohl auch ein zeitgleich stattfindendes Konzert am Samstagabend im Rosengarten so manchen Fan vom Besuch der Radrennbahn ab. Sie verpassten damit allerdings eine emotionale Premiere.

Denn dank der neuen Beleuchtungsanlage ging das Rennen erstmals bis in die Abendstunden. „Es ist rein von der Kulisse her etwas ganz anderes. Es hat ein ganz anderes Flair“, lobte der zweifache Steher-Europameister Franz Schiewer nach der Flutlicht-Premiere in seiner Geburtsstadt, obwohl es für ihn diesmal nicht zum Sieg reichte.