März liefern sich Ferrari, McLaren-Mercedes und Renault bei den Testfahrten in Bahrain einen Kampf auf Biegen und Brechen. Das Kräfteverhältnis im ersten Jahr nach Rekord-Weltmeister Michael Schumacher ist weiter offen.
Zunächst hatten Spaniens Tageszeitungen frohlockt: Titelverteidiger Fernando Alonso hatte beim ersten Aufeinandertreffen der neuen Formel-1-Generation Ende Januar in Valencia Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen, seinen vermeintlich großen Gegner im WM-Rennen, geschlagen. "1:0 für Alonso", titelte "El Pais". Vier Testwochen später hat sich das Bild relativiert. Der zweimalige Champion und sein McLaren- Mercedes-Team zählen weiter zum engsten Favoritenkreis, doch Ferrari hat aufgeholt. Mehr noch: Zum Auftakt der Testwoche von Bahrain lagen zwei Ferrari vorn. Dabei werden die letzten Aerodynamikteile erst nächste Woche an die roten Renner geschraubt.
Neun Teams haben 18 Autos und 270 Tonnen Material an den Golf geflogen, um sechs Tage lang ihren Konstruktionen den letzten Schliff zu geben. Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Die Rennwagen nähern sich immer mehr dem Stand an, mit dem sie auch in Melbourne an den Start gehen werden.
Positiv im Interesse einer spannenden WM ist, dass kein Rennstall einen uneinholbaren Vorsprung hat. Die Spitzenteams drängeln sich innerhalb einer halben Sekunde. Vorne streiten sich Ferrari und McLaren-Mercedes um den Tagessieg. Weltmeister Renault hadert noch mit zu hohen Reifentemperaturen. Die Überraschung ist BMW-Sauber. Die Truppe aus München und Hinwil hat die Top-Teams eingeholt. "Das neue Auto ist ein echter Fortschritt", sagte Nick Heidfeld. Wenn das neue Getriebe hält, scheinen Siege aus eigener Kraft möglich.