Von Jan Lehmann
und Frank Noack

Nach dem spektakulären 7:0-Heimsieg gegen Bad Tölz am Sonntag fehlt den Lausitzer Füchsen nur noch ein Punkt – dann haben sie bereits das Vorjahres-Ergebnis erreicht. Damals hatten die Weißwasseraner nach Ende der Hauptrunde 72 Zähler auf dem Konto. Ein unbefriedigendes Ergebnis, weil das Team vom damaligen Trainer Robert Hoffmann trotz einer großen Aufholjagd als Tabellenelfter in die Abstiegsrunde musste.

Doch über die Playdowns redet im Fuchsbau in diesen Tagen niemand mehr. Denn: Die Füchse haben noch 14 weitere Spiele, um ihr Punktekonto aufzustocken. Die 72 Punkte der Vorsaison sind längst kein Richtwert mehr – vielmehr kann die Mannschaft von Trainer Corey Neilson den eigenen Rekord angreifen. Bisher stammt der aus der Saison 2004/05 – wenn man alle Spielzeiten heranzieht, in denen in der DEL2 oder der vorherigen 2. Eishockey-Bundesliga 14 Teams am Start waren. Nach 52 Hauptrunden-Spielen waren die Füchse unter dem damaligen Trainer Horymir Sekera auf 84 Punkte gekommen. Als Aufsteiger hatte die Mannschaft um Kapitän Mattias Wikström, Torhüter Sebastian Elwing, den späteren Trainer Dirk Rohrbach und Weißwassers Rekordspieler Jörg Pohling die Konkurrenz überrascht und zwischenzeitlich sogar auf Rang eins gestanden.

Spitzenreiter war Weißwasser in dieser Saison ebenfalls schon – und die Füchse sind ganz nah dran am neuen Tabellenführer Löwen Frankfurt. Als Dritter liegen sie nur zwei Punkte hinter den Hessen. Füchse-Coach Neilson erklärte nach dem Sieg gegen Bad Tölz auf RUNDSCHAU-Nachfrage: „Unser Ziel ist es, Erster zu werden. Das sollte das Ziel jedes Teams sein.“

Gleichzeitig relativierte der Kanadier: „Unser Job ist es, so gut wie möglich zu sein. Der gute Saisonstart hat uns in diese Position gebracht, aus der wir oben angreifen können. Wichtiger ist aber, dass wir den Fokus auf unserem Spiel behalten.“ Neilson betonte noch einmal, was er von seinen Spielern erwartet: „Sie sollen schnell spielen, sie sollen einfach spielen.“

Das wird auch die Maßgabe für das äußerst anspruchsvolle Wochenende sein. Im Heimspiel gegen Vorjahresmeister Bietigheim (Freitag 19.30 Uhr) könnten die Füchse ihre Vorjahres-Punktzahl übertreffen. Es geht aber vor allem darum, den Tabellenvierten auf Abstand zu halten, um am Sonntag  womöglich weiter nach vorn zu rücken. Dann tritt Weißwasser beim Tabellenzweiten Ravensburg an – und Coach Neilson betont zuversichtlich: „Jeder ist schlagbar.“