Einen Tag vor Silvester zündeten die Lausitzer Füchse bereits ihre Derby-Rakete und gingen auch im vierten Spiel gegen die Eislöwen Dresden in dieser Saison als Sieger vom Eis. Weißwasser setzte sich dank eines furiosen Schlussdrittels mit 6:2 durch und kehrt nach zwei Auswärtsniederlagen in die Erfolgsspur zurück. Das Team von Trainer Corey Neilson geht damit fast schon sensationell auf einem Playoff-Platz in das Spieljahr 2019, das bereits am Mittwoch mit dem Heimspiel gegen den EHC Bayreuth startet. „Oh, wie ist das schön“, sangen die Fans und verabschiedeten das Team mit stehenden Ovationen.

Die Weißwasseraner Eisarena war am Sonntagabend mit 2979 Zuschauern – natürlich – ausverkauft. Denn die Tickets für die Spiele am Jahresende sind aufgrund der zahlreichen Heimkehrer stets besonders begehrt. Vor allem dann, wenn der Erzrivale aus der sächsischen Landeshauptstadt im Fuchsbau gastiert. „Für dieses Spiel hätten wir weit über 5000 Karten an den Mann beziehungsweise die Frau bringen können“, berichtete Geschäftsführer Dirk Rohrbach. Schon seit Wochen war die Partie ausverkauft.

Die Füchse hatten zuletzt zwei Niederlagen kassiert und dabei jeweils eklatante Defensivschwächen gezeigt. 2:5 hieß es am 2. Weihnachtsfeiertag in Kassel, am Freitag beim 3:5 in Bad Nauheim lag Weißwasser schon nach dem 1. Drittel mit 0:4 zurück. Unterstützung vom Förderlizenzpartner Eisbären Berlin gab es gegen Dresden nicht. Auch der erkrankte Cedric Schiemenz musste weiter pausieren. Und Eisbären-Torhüter Marvin Cüpper, der nach langer Verletzungspause Spielpraxis sammeln soll, steht erst im neuen Jahr zur Verfügung.

Anders als in Kassel und Bad Nauheim waren die Füchse im Derby diesmal von der ersten Minute an hellwach. Sie zeigten eine hohe Laufbereitschaft und setzten Dresden oftmals schon im eigenen Drittel unter Druck. Clarke Breitkreuz traf in der 9. Minute zur 1:0-Führung. Allerdings konnten die Füchse auch in dieser Phase ihr Dilemma der vergangenen Wochen nicht ganz verbergen. Manche gut gemeinte Aktion war letztlich zu kompliziert, sodass Dresden doch noch klären konnte.

Dabei hatten sich die Eislöwen mit einer interessanten Maßnahme auf dieses Derby vorbereitet. Sie stiegen nämlich bereits am Ortseingang von Weißwasser aus dem Bus legten die letzten 1,5 Kilometer bis zur Halle zu Fuß zurück.

Und spätestens zu Beginn des 2. Drittels hatten die Gäste dann ihre Lockerheit gefunden. Auch, weil die Füchse in der Defensive jetzt viel zu leger agierten. Georgijs Pujacs (25.) und Nick Huard (28.) schossen die Eislöwen mit 2:1 in Führung.

Während die Füchse-Fans den vergebenen Chancen aus der Startphase hinterhertrauerten, zogen die Spieler zu Beginn des 3. Drittels das Tempo auf dem Eis wieder an. Und sofort lief es besser für die Gastgeber. Fabian Dietz (45.) und Steve Saviano (48.) sorgten für das umjubelte 3:2. Topscorer Jeff Hayes erhöhte nach schöner Kombination auf 4:2 (53.). Steve Saviano (5/2/57.) und Thomas Reichel (6:2/59.) waren für die letzten Tor-Raketen in diesem Jahr zuständig.

Bradley Gratton (Eislöwen-Trainer): „Im 1. Drittel sind wir nicht ins Spiel gekommen, Weißwasser war hungriger. Im 2. Drittel haben wir dann die Reihen gewechselt und sind in Führung gegangenen. Im 3. Drittel haben wir falsche entscheidungen getroffen und sind auseinandergefallen. Das ist nicht akzeptabel.“

Corey Neilson (Füchse-Trainer)s: „Es war ein sehr körperbetontes Spiel. Ich mag solche Spiele. Im 3. Drittel haben wir hart gearbeitet und mit allen vier Reihen die Geschwindigkeit hochgehalten. Da können nicht viele Mannschaften mithalten.“

Sonntag: Lausitzer Füchse – Eislöwen Dresden 6:2 (1:0, 0:2, 5:0)

Tore: 1:0 Breitkreuz (9.), 1:1 Pujacs (24.), 1:2 Huard (28.), 2:2 Dietz (45.), 3:2 Saviano (48.), 4:2 Hayes (53.), 5:2 Saviano (57.), 6:2 Reichel (59.); Schiedsrichter: Naust/Steinecke; Zuschauer: 2979 (ausverkauft); Strafminuten: 4/8.

Das nächste Spiel: Lausitzer Füchse - EHC Bayreuth am Mittwoch um 19.30 Uhr.

Komplette Statistik

Bildergalerie 30.12.2018, Weisswasser, Lausitzer Fuechse vs. Dresdner Eisloewen..Niklas Postel (98, Dresdner Eisloewen), Jakub Kania (22, Lausitzer Fuechse)